Mit „Wir“ entsteht Wirkung: Die Kraft von Zusammenarbeit

Artikel: Lisa Maria Kunst

Nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz lassen sich nicht im Alleingang erreichen. Es braucht Menschen in Organisationen, die zusammenarbeiten, voneinander lernen und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima zeigt, wie wirkungsvoll solche Kooperationen sein können und warum sie heute wichtiger sind denn je.

„Fight for the things that you care about, but do it in a way that will lead others to join you.“ — Ruth Bader Ginsburg

Je größer die Herausforderungen, desto wichtiger sind starke Verbündete. Klimawandel, globale Ungleichheiten und wirtschaftliche Transformation lassen sich nicht isoliert angehen. Netzwerke und Partnerschaften aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft sind daher ein zentraler Baustein für wirksames Engagement für Entwicklung und Klima.

Seit ihrer Gründung versteht sich die Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima genau als solche Plattform: Sie bringt Akteur:innen zusammen, schafft Verbindungen und ermöglicht gemeinsames Handeln – praxisnah, lösungsorientiert und mit dem klaren Ziel, über qualitativ hochwertige Projekte in Ländern des Globalen Südens zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs) beizutragen.

Unternehmen brauchen Netzwerke

Gerade Unternehmen profitieren vom Austausch mit anderen. Denn viele Herausforderungen ähneln sich – unabhängig von Branche oder Größe. Deshalb bietet die Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima den Unterstützer:innen der Allianz regionale Netzwerke in ganz Deutschland an. Im Mittelpunkt stehen persönliche Begegnungen, offener Dialog und praxisnahe Impulse aus den jeweiligen Unternehmen.

Impulsvorträge aus dem Kreis der Unterstützer:innen liefern dabei Einblicke in konkrete Fragestellungen – von der Emissionsbilanzierung über nachhaltige Lieferketten bis hin zu Klimafinanzierung. Auch Best Practices werden geteilt, die sich in der Praxis bewährt haben. Zugleich bieten die Treffen Gelegenheit, unternehmerische Perspektiven direkt in den Dialog mit der Stiftung einzubringen. Der Austausch findet unter den Chatham House Rules statt und schafft so einen geschützten Raum für Offenheit und Vertrauen.

Die teilnehmenden Unternehmensverterter:innen gewinnen wertvolle neue Erkenntnisse, die sie direkt in ihre eigene Praxis übersetzen können und erlangen Sicherheit im Umgang mit komplexen Themen. Vor allem aber wird deutlich: Mit ihren Fragen und Herausforderungen sind sie nicht allein.

Praxisnaher Austausch bestärkt Unternehmensvertreter:innen in ihrem Engagement.
Beim jährlichen Sustainable Development Future Forum in Berlin treffen Vertreter:innen von Unternehmen, Organisationen und NGOs zusammen. Unterschiedliche Perspektiven bereichern den Dialog.

Projektpartner:innen setzen Klimafinanzierung wirksam um

Über den unternehmerischen Austausch hinaus sind die Partner:innen für Entwicklung und Klima, kurz PEKs, ein wichtiger Teil des Netzwerks der Stiftung. Dabei handelt es sich um geprüfte Projektanbieter:innen, über die Interessierte qualitativ hochwertige Klimaschutzprojekte unterstützen können. Die Stiftung prüft diese Partnerschaften vorab sorgfältig, begleitet sie langfristig und steht mit ihnen im fachlichen Austausch.

Die Projekte der PEKs reichen von Energie-effizienten Kochherden über den Ausbau erneuerbarer Energien bis hin zu Biogasanlagen in Regionen, die vom Klimawandel besonders betroffen sind, und tragen unmittelbar zu verbesserten Lebendbedingungen der Menschen vor Ort bei. Sie zeigen, dass Klimaschutz dort besonders greifbar wird, wo er mit konkreten Fragen des Alltags verbunden ist: mit sauberer Energie, Gesundheit, Ressourcenschonung, Einkommen und lokaler Entwicklung.

So verursachen Energie-effiziente Kochherde weniger CO2-Emissionen als traditionelle Feuerstellen, benötigen zur Befeuerung weniger Holz und tragen dazu bei, dass sich die Gesundheit der Menschen vor Ort verbessern kann, da die Rauchbelastung in Innenräumen verringert ist. Biogasanlagen schaffen beispielsweise neue Einkommensmöglichkeiten, reduzieren Abfälle und leisten gleichzeitig einen Beitrag zur Energieversorgung. Welche Co-Benefits im Vordergrund stehen, hängt vom jeweiligen Projekttyp ab.

Dabei wird deutlich, dass nicht allein die technische Lösung von Bedeutung ist. Die Projekte funktionieren nur, wenn sie gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickelt und umgesetzt werden. Lokales Wissen, Vertrauen und langfristige Zusammenarbeit sind dafür genauso wichtig wie robuste Standards und transparente Wirkungsmessung.

„Internationale Zusammenarbeit ist entscheidend für wirksamen Klimaschutz. Doch nachhaltige Lösungen entstehen nur, wenn sie gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickelt werden – ihr Wissen, ihr Engagement und ihre Perspektiven sind unverzichtbar“, sagt Peter Renner, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima.

Kooperationen als Signal in Politik und Gesellschaft

Diese Form der Zusammenarbeit entfaltet ihre Wirkung jedoch nicht nur in Projekten, sondern auch auf struktureller Ebene. Auch als starke Stimme tritt die Stiftung gemeinsam mit den PEKs auf: So haben mehrere Projektanbieter:innen ein Positionspapier der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima zur Stärkung des freiwilligen Kohlenstoffmarktes unterzeichnet. Darin wird deutlich: Hochwertige Klimaschutzprojekte brauchen nicht nur engagierte Unternehmen und verlässliche Projektpartner:innen, sondern auch politische Rahmenbedingungen, die glaubwürdige Klimafinanzierung ermöglichen. Das Papier formuliert klare und konkrete Forderungen: Der freiwillige Kohlenstoffmarkt soll politisch gestärkt und verbindlich in nationale sowie europäische Klimastrategien integriert werden. Unternehmen, die Verantwortung für ihre unvermeidbaren Emissionen übernehmen wollen, brauchen dafür verlässliche Rahmenbedingungen: insbesondere Rechtssicherheit, klare Qualitätsstandards und politische Anerkennung ihres Engagements.

Zugleich benennt das Papier deutlich bestehende Hürden: Fehlende Orientierung, uneinheitliche Standards und eine begrenzte Verfügbarkeit qualitativ hochwertiger Zertifikate bremsen Investitionen und verhindern, dass das volle Potenzial des Marktes ausgeschöpft wird.

„Wenn der freiwillige Kohlenstoffmarkt verlässliche Orientierung bietet, können Unternehmen ihre Investitionen in hochwertige Klimaschutzprojekte planbar ausbauen und so einen langfristigen Beitrag leisten“, sagt Olivia Henke, Vorständin der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima.

In Workshops werden zusammen konkrete Lösungen entwickelt.
Autor Martin Baltscheit liest aus der Comicreihe „Meine Entwicklung – unser Klima!“, die im Rahmen einer Kooperation auch als Hörbuch erschienen ist.

Gemeinsam mehr erreichen

Partnerschaften senden darüber hinaus wichtige Signale. Beispielsweise engagiert sich die Stiftung gemeinsam mit dem UN Global Compact Netzwerk Deutschland e.V. für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln. Konkrete Formate wie gemeinsame Online-Seminare unterstützen Unternehmen dabei, ihre Emissionen systematisch zu bilanzieren und wirksame Klimafinanzierungsstrategien zu entwickeln. So entsteht praxisnahes Wissen, das direkt in unternehmerisches Handeln übersetzt werden kann.

Wie sich globale Partnerschaften konkret ausgestalten, zeigt ein Blick zur Initiative One Young World. 2025 war die Stiftung bereits zum vierten Mal mit ihr in Kooperation aktiv und brachte ihre Themen in ein internationales Netzwerk junger Führungskräfte ein. Die Community gilt als eine der einflussreichsten Plattformen für engagierte Nachwuchstalente weltweit und vereint tausende junge Menschen aus über 190 Ländern. Hier präsent zu sein bedeutet, Zukunft aktiv mitzugestalten und die Verbindung von Klimaschutz und Entwicklung frühzeitig an kommende Entscheider:innen heranzutragen. Mit dabei war auch Loemchou Say aus Kambodscha, Projektmanagerin der Organisation TONTOTON. Sie arbeitet mit Gemeinschaften in Sihanoukville im Süden Kambodschas zusammen, um Plastikmüll zu vermeiden und bereits angefallenen Abfall einzusammeln, bevor er in Flüsse und Meere gelangt. Bei einem Projektbesuch lernte das Team der Stiftung ihre Arbeit und die Erfahrungen der lokalen Partner:innen aus erster Hand kennen und kam mit den Beteiligten vor Ort in einen intensiven Austausch. Aus diesem Besuch entstand die Einladung zum Summit und das Ausführen eines gemeinsamen Workshops.
Solche Begegnungen zeigen im Kleinen, worum es der Stiftung im Großen geht: Menschen aus aller Welt zusammenzubringen, die an ähnlichen Fragen arbeiten, und Kooperationen anzustoßen, die über eine Konferenz hinaus Bestand haben.

Gleichzeitig richtet sich die Stiftung mit ihrem Bildungsangebot auch an Kinder und Jugendliche: Gemeinsam mit Engagement Global wurde die Comicreihe „Meine Entwicklung – unser Klima!“, in der Kinder aus sechs unterschiedlichen Ländern von ihrem Alltag, ihren Spielen, aber auch ihren Herausforderungen und Schwierigkeiten erzählen, als Hörbuch umgesetzt. Die Folgen zeigen, wie eng Alltagserfahrungen mit Themen wie Klima, Gerechtigkeit und Entwicklung verknüpft sind – in einer Sprache, die verständlich ist und zum Mitfühlen einlädt. So entsteht früh ein Bewusstsein dafür, dass Entscheidungen und Handlungen hier mit den Lebensbedingungen von Menschen anderswo verbunden sind und unser Handeln globale Auswirkungen hat.

Der Schulterschluss von Unternehmen, Initiativen und Organisationen wird so zu einem wichtigen Sprachrohr gegenüber Gesellschaft, Wirtschaft und Politik – und zu einem entscheidenden Impulsgeber, um private Investitionen in den globalen Klimaschutz wirksam zu lenken.

Ob im Unternehmensnetzwerk, in internationalen Projekten oder in starken Allianzen: Zusammenarbeit ist der Schlüssel. Denn die Herausforderungen der Klimakrise sind global und die Lösungen entstehen dort, wo Menschen gemeinsam handeln. Oder anders gesagt: Gemeinsam machen wir den Unterschied.

Bilder: Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima/ Reinaldo Coddou H.

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Text:
 Tom Corrinth
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