Alle Kriterien, die ein Science Based Target (SBT) eines Unternehmens erfüllen muss, werden in einem Kriterienkatalog auf der Webseite der SBTi genau erläutert. Emissionen aus Scope 1 und Scope 2 müssen jeweils zu 100 Prozent vom SBT abgedeckt werden, wobei für beide Scopes getrennte Ziele zu setzen sind. Bei der Definition des Geltungsbereichs wird das GHG Carbon Protocol Corporate Standard (siehe Toolbox Messen und Berechnen) genutzt. Für Scope 3-Emissionen sind Ziele für alle wesentlichen Kategorien zu setzen – das sind diejenigen Kategorien, die jeweils mehr als fünf Prozent der gesamten Scope 3-Emissionen ausmachen. Um dies für Ihr Unternehmen festzustellen, sollten Scope 3-Emissionen unbedingt erfasst und in Ihre Klimabilanz aufgenommen werden. Für Scope 3-Emissionen gilt dabei ein Best-Effort-Prinzip: Die SBTi erkennt an, dass Unternehmen hier von Faktoren außerhalb ihres unmittelbaren Einflusses abhängig sind. Verfehlen Sie ein Scope 3-Ziel trotz nachweislicher Anstrengung, bleiben Sie SBTi-konform, sofern Sie die Hindernisse und ihre Gegenmaßnahmen transparent darlegen. Ansonsten variiert die sinnvolle Definition ambitionierter und realistischer Reduktionsziele von Sektor zu Sektor und auch von Unternehmen zu Unternehmen. Die SBTi prüft die angekündigte Reduktion auf Übereinstimmung mit dem 1,5°C-Ziel des Übereinkommens von Paris. Wichtig ist auch, dass Kompensation nicht zur Erreichung der Ziele genutzt werden darf. Die SBTi ermutigt Unternehmen aber zusätzlich zur eigenen Zielerreichung zu kompensieren (für mehr Informationen zur Kompensation von Treibhausgasemissionen siehe Toolbox Kompensieren). Seit Version 2.0 des Corporate Net-Zero Standard ist dieses zusätzliche Engagement als Ongoing Emissions Responsibility (OER) ausdrücklich im Standard verankert.

Der Kriterienkatalog für SBTs der SBTi gibt mehr Information zu den Methoden für die Zielsetzung für die einzelnen Scopes, so wie mehr sektorspezifische Regelungen und Tipps.

Neben dem Kriterienkatalog stellt die SBTi eine Handreichung mit Fragen zur Verfügung, die Sie als Unternehmen sich stellen sollten, bevor Sie ein SBT für sich definieren und mit Anregungen, welche Ziele für Sie in Frage kommen.
Science Based Targets von Städten müssen vor allem drei Prinzipien berücksichtigen: Wissenschaftsorientierung, Gerechtigkeit und Vollständigkeit. Das bedeutet, dass sie, wie die Reduktionsziele von Unternehmen, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Vereinbarkeit mit dem 1,5°C-Ziel des Übereinkommens von Paris berücksichtigen müssen. Darüber hinaus sollen aber auch Gerechtigkeitsüberlegungen einbezogen werden. Das heißt, dass historische Emissionsverteilung, intergenerationale Gerechtigkeit sowie die spezielle Berücksichtigung vulnerabler Gruppen in den Fokus genommen werden sollen. Vollständigkeit bezieht sich sowohl auf Sektoren als auch auf Treibhausgase und Scopes. Die Abdeckung von Emissionen des Reduktionsziels soll so vollständig wie möglich erfolgen. Das Handbuch für Städte und SBTs gibt außerdem eine Übersicht über verschiedene beispielhafte Zielsetzungen in Abhängigkeit von den pro-Kopf-Emissionen und pro-Kopf-Einkommen verschiedener Städte, die als Anhaltspunkte für interessierte Städte genutzt werden können:
