One Young World 2025

Nachhaltige Lösungen gestalten und Kooperationen voranbringen

Im inzwischen vierten Jahr in Folge waren wir nun bei der internationalen Konferenz One Young World dabei, die dieses Jahr in München stattfand. Über eine breite Palette an Themen der Gegenwart und Zukunft wurde diskutiert – von Künstlicher Intelligenz über Bildung, Aktivismus, Frieden und Sicherheit bis hin zu Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft. Wir waren durch einen eigenen Ausstellendenstand vertreten und konnten erneut einen Workshop durchführen. Verstärkt wurden wir dabei von Loemchou Say aus Kambodscha.

Die Stiftung im Austausch bei der One Young World

Zum bereits vierten Mal nahm die Stiftung an der Konferenz One Young World (OYW) teil. Was damals als einfache Teilnahme anfing, erweiterte sich im Verlauf der Jahre zu einer gefestigten Partnerschaft mit den Organisator:innen der Konferenz. Dieses Jahr entschieden wir uns dafür, einen eigenen Stand im Ausstellendenbereich zu besetzen, um die Themen der Stiftung mit den Anwesenden zu teilen und in die Welt zu tragen. Zudem hatten wir – wie im Jahr zuvor – die Möglichkeit, einen Workshop anzubieten. Ein Highlight war der Austausch, sowohl mit Unternehmenspartner:innen von OYW als auch mit jungen engagierten Teilnehmenden, die Sozialunternehmen in allen Regionen dieser Welt gründen, um klimatische und soziale Herausforderungen zu lösen.

Mit dabei war Loemchou Say aus Kambodscha. Sie ist Projektmanagerin für die Organisation TONTOTON, die im Bereich Kreislaufwirtschaft und der Vermeidung von Plastikmüll tätig ist. Zudem arbeitet TONTOTON mit lokalen Gemeinden zusammen, um bereits angefallenen Plastikmüll aufzusammeln, sodass er nicht in die Flüsse und Ozeane gelangt. So werden Einkommen für die Familien geschaffen und einkommensschwache Haushalte unterstützt. Im Zuge der Partnerschaft mit One Young World ermöglichte die Stiftung Loemchou durch ein Stipendium die Teilnahme an der diesjährigen Konferenz, um Vernetzung und Erfahrungsaustausch zu fördern.

Herausforderungen und Lösungsansätze entlang der Nachhaltigkeitsziele über Kontinente hinaus sichtbar machen

Unsere Weltkarte als Dialogfläche: Auf Zetteln halten Besucher:innen Herausforderungen und Lösungsansätze zu nachhaltiger Entwicklung und den SDGs fest.

Unseren Ausstellendenstand statteten wir mit einer Weltkarte aus, an der beschriftete Zettel angebracht werden konnten. Die Idee dahinter war, Menschen zusammenzubringen und untereinander zu verbinden: Einerseits diejenigen, die ein „Problem“ oder eine Herausforderung in ihren Herkunftsländern sehen bzw. in den Ländern, in denen sie leben/arbeiten/studieren, andererseits diejenigen, die eine „Lösung“, Hilfestellung oder Hinweise zu Herausforderungen anbieten können – jeweils mit Bezug zu nachhaltiger Entwicklung und den Sustainable Development Goals (SDGs), die unserer Arbeit zugrunde liegen.

Über die vier Tage verteilt kamen zahlreiche Teilnehmende der Konferenz zu uns an den Stand, um sich über unsere Arbeit und zu den Themen an der Weltkarte auszutauschen und ihre eigenen Erfahrungen festzuhalten. Am Ende hatten wir eine Fülle an Themen:

  • Von unsicherer Energieversorgung in ländlichen Gebieten und fehlendem Zugang zu Bildung über Unterdrückung von Journalist:innen hin zu den Konsequenzen der demographischen Entwicklung auf der „Problem“-Seite, sowie
  • Von Freiwilligenprogrammen in Ländern des Globalen Südens über die Bereitstellung von klimarelevanten Daten hin zum Schutz von Mooren auf der „Lösung“-Seite.

Wie man an dieser (nur sehr kleinen) Auswahl sehen kann, bringen die Teilnehmenden von One Young World ein sehr breites Spektrum an Themen ein. Es ist sehr bereichernd, da man durch den Austausch seinen eigenen Horizont in verschiedene Richtungen erweitert und erkennt, welche Fragen die Menschen weltweit beschäftigen.
Insgesamt haben gerade diese Kontakte, die man tagsüber schloss und in den Abendprogrammen und den Gesprächen dort vertiefen konnte, diese Veranstaltung zu einer beruflichen als auch persönlichen Bereicherung gemacht.

Plastic, People, Planet – erfolgreiche Ansätze aus Kambodscha

Ein Blick in den Workshop.

Ein besonderes Highlight war dieses Jahr erneut unser Workshop, in dem wir gemeinsam mit den Teilnehmenden einen Blick auf den freiwilligen Kohlenstoffmarkt und seine Prozesse und Projekttypen warfen. Zentral dabei war es zu vermitteln, wie Klimaschutzprojekte einerseits Emissionen senken oder vermeiden und andererseits Faktoren wie Biodiversität, Gesundheit, Geschlechtergleichstellung und den Zugang zu erneuerbaren Energien positiv beeinflussen.

Nachdem Loemchou die Arbeit ihrer Organisation vorstellte (mehr dazu im folgenden Abschnitt in ihren eigenen Worten), bekamen die Anwesenden die Möglichkeit, in mehreren Kleingruppen ihre eigenen Projektideen und Lösungsansätze zu den Themenbereichen Zirkularität und Abfallwirtschaft zu entwickeln. Wir waren begeistert von den Ergebnissen! Uns hat beeindruckt, welche Ideen die Gruppen für zirkuläre Projekte mit Bezug zu realen Herausforderungen in kürzester Zeit auf die Beine stellten! Es wurden eigene Erfahrungen in die Diskussion eingebracht und gemeinsam Antworten dazu erarbeitet. 

Da wir die Eindrücke von Loemchou hier ebenfalls einbinden möchten, kann im folgenden Abschnitt nachgelesen werden, welche Erfahrungen sie auf der Konferenz gemacht hat und was sie für sich mitgenommen hat.

TONTOTON bei One Young World: gemeinsam lernen, teilen und Verbindungen aufbauen

Anfang dieses Monats nahm ich am One Young World Summit 2025 in München teil. Da es meine erste Teilnahme war, wusste ich nicht genau, was mich erwartet, aber ich bin einfach mit Neugier und Offenheit herangegangen. Rückblickend war es eine außergewöhnliche Erfahrung. Der Summit bot nicht nur eine Plattform, um über globale Herausforderungen zu sprechen und inspirierende Menschen vorzustellen, die in ihren Gemeinschaften positiven Wandel vorantreiben. Er war zugleich ein Ort des Lernens, des Austauschs und des Aufbaus wertvoller Kontakte mit engagierten jungen Führungspersönlichkeiten aus aller Welt.

Ich bin der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima sehr dankbar für die Möglichkeit und Unterstützung, diese Reise realisieren zu können. Es machte mich stolz, TONTOTON auf dem Summit zu vertreten und unsere Best Practices als Klimaschutzprojekt mit zirkulären Lösungen vorzustellen. Gemeinsam mit den Kolleg:innen der Stiftung, Dimitrios und Krystelle, gestaltete ich einen Workshop zu „Plastic, People, Planet“ mit. Wir diskutierten dort, warum globale Unterstützung für Klimaschutzprojekte so wichtig ist und wie solche Initiativen ökologische und soziale Zusatznutzen schaffen. Ich präsentierte TONTOTONs „Community Barrier Model“ als einen praktischen, zirkulären Ansatz, der Plastikverschmutzung verhindert, Natur schützt und Haushalte sowie Abfallsammler:innen stärkt.

Besonders beeindruckte mich die Offenheit und aktive Beteiligung der Workshop-Teilnehmenden. Viele brachten eigene Erfahrungen ein, stellten Fragen und wollten unterschiedliche Perspektiven auf Klimaschutz miteinander abgleichen. Wir hatten zudem die Gelegenheit, gemeinsam über wirkungsvolle Lösungen nachzudenken, die ökonomische, soziale und ökologische Vorteile verbinden. Diese Gespräche haben mich daran erinnert, dass jede Person Teil der Lösung sein kann und dass wirkungsvoller Wandel oft mit einer einfachen Idee und dem Entschluss beginnt, tatsächlich zu handeln.

Loemchou erläutert ihre Erfahrungen aus der Projektpraxis und setzt Impulse für die Entwicklung eigener Ideen.

Angesichts der Vielzahl globaler Herausforderungen ist es wichtiger denn je, gemeinsame Probleme auch als gemeinsame Verantwortung zu begreifen und zusammen an Lösungen zu arbeiten. Ich hoffe, dass noch mehr junge Führungskräfte den Summit als Chance sehen, sich einer globalen Gemeinschaft anzuschließen und positive Veränderungen aktiv mitzugestalten.

Dimitrios Karatassios, Referent Forschung & Beratung, mit Loemchou Say.
Krystelle Lochard, Leiterin Engagement & Partnerschaften, mit Loemchou Say.

Vernetzung und Kooperationen: Erfolgreiche Ansätze zum Klimaschutz teilen und Menschen mobilisieren

Der Klimawandel stellt uns vor große Herausforderungen. Viele Teilnehmende bei OYW kommen von Kontinenten, die noch viel stärker betroffen sind als es bei uns in Europa bisher der Fall ist. So berichtete eine junge Teilnehmerin aus Pakistan auf beeindruckende Weise, was Überschwemmungen in ihrem Dorf für verheerende Konsequenzen auf das Leben ihrer Gemeinde hat. Gleichzeitig berichtete sie über ihr persönliches Engagement, um Menschen und Institutionen gegen den Klimawandel und für mehr soziale Gerechtigkeit zu mobilisieren. Das sind Geschichten, die wir als Stiftung weitererzählen möchten! Auch wir berichten über erfolgreiche, qualitativ hochwertige Klimaschutzprojekte und deren wesentlichen Co-Benefits und plädieren für mehr Engagement auf allen Ebenen. In unseren Gesprächen mit Unternehmen vor Ort haben wir wahrgenommen, wie wichtig deren Engagement für mehr Nachhaltigkeit bleibt, trotz der geopolitischen und teilweise sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage.

Für das Team der Stiftung war die diesjährige One Young World eine Gelegenheit, unsere Themen und Anliegen zu präsentieren und gleichzeitig neue Verbindungen zu knüpfen und Impulse zu erhalten.

Wir konnten uns mit sehr vielen jungen und motivierten Menschen aus allen Teilen der Welt unterhalten und Ideen für eine nachhaltigere Zukunft austauschen. Die Teilnahme an der Konferenz hat uns gezeigt, dass die die Führungskräfte von morgen ein starkes Interesse an einem nachhaltigen und für alle Menschen lebenswerten und inklusiven Planeten haben. Es ist gleichzeitig beeindruckend zu sehen, wie sehr die jungen Menschen eine positive Zukunft selbst mitgestalten möchten. Dies motiviert uns in unserer Arbeit nur noch mehr!

Krystelle Lochard, Leiterin Engagement & Partnerschaften, im Gespräch mit Besuchern des Stiftungsstands. © One Young World

Copyright: One Young World

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