Schon wieder ist ein Jahr vergangen und das Sustainable Development Future Forum, die Jahreskonferenz der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima, liegt bereits hinter uns. Am 30.09.2026 kamen über 150 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft im Humboldt Carré in Berlin und im Stream zusammen, um sich über Entwicklung und Klima auszutauschen. Die großen Themen in diesem Jahr waren qualitativ hochwertige Klimaschutzprojekte und aktuelle Entwicklungen im freiwilligen Kohlenstoffmarkt sowie regulatorische Entwicklungen.
Nach 6 Jahren Stiftungsarbeit wurde Peter Renner, bisheriger Vorstandsvorsitzender der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima, verabschiedet. Das Siegel SDGold wurde feierlich an WILO SE verliehen und das EhtioTree -Projekt als Gewinner des diesjährigen Leuchtturmwettbewerbs ausgezeichnet. Außerdem wurde der neue Sustainable Impact Pool der Stiftung vorgestellt. Es war ein großartiger Tag mit interessanten Beiträgen und lebendigen Gesprächen.
Das Team der Stiftung legt nach dem jeweiligen Fachbereich den Fokus auf unterschiedliche Aspekte an diesem Tag. Hier möchten wir unsere verschiedenen Blickwinkel auf das Sustainable Development Future Forum 2026 teilen und gemeinsam die Jahreskonferenz Revue passieren lassen.




Veranstaltungen
Von Elisabeth Fritsch
Die Jahreskonferenz ist für mich das Highlight unseres Veranstaltungsjahres und obwohl ich diese mittlerweile zum 5. Mal mitorganisieren darf, ist die Aufregung davor immer noch groß. Aber mindestens genauso groß ist auch die Vorfreude und die Zuversicht, dass am Ende alles klappt, auch wenn der Weg dorthin nicht immer linear verläuft.
Wenn dann die Konferenz beginnt und sich die Räume mit Leben füllen, wenn aus einzelnen Beiträgen und vielen individuellen Stimmen ein gemeinsamer Dialog wird, dann sinkt auch mit jeder Stunde die Aufregung. Wenn die Technik läuft und das Essen schmeckt, die Gäste sich gut unterhalten, neue Verbindungen entstehen und am Ende des Tages alle zufrieden sind, dann bin ich es auch.
Auch wenn der Austausch für mich als Managerin des Events oft zu kurz kommt, freue ich mich jedes Jahr auf bekannte Gesichter, interessante Gespräche und die positive Resonanz. Es ist immer wieder aufs Neue schön zu sehen, dass so viele Menschen gemeinsam ein Ziel teilen und daran arbeiten, unsere Welt ein Stück gerechter und klimafreundlicher zu gestalten.
Nach der Jahreskonferenz ist vor der Jahreskonferenz und ich freue mich schon, gemeinsam mit meinem Team am nächsten Sustainable Development Future Forum zu arbeiten und Sie dort zu begrüßen.
Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Von Hannah Fliegner
Klimakommunikation, EmpCo-konform
Das Thema des Jahres in vielen Kommunikationsabteilungen war und bleibt die Empowering Consumers for the Green Transition Directive, kurz EmpCo. Auch uns in der Stiftung beschäftigt die EmpCo nach wie vor. Denn die große Frage ist, wie Unternehmen ihr Klima-Engagement transparent, glaubwürdig und rechtssicher kommunizieren können. Die Stiftung empfiehlt, über das eigene Klimaengagement zu sprechen und nicht aus Sorge vor Greenwashing-Vorwürfen zu verstummen.
Dementsprechend war dies auch ein wichtiges Thema unseres diesjährigen Sustainable Development Future Forum. Auch Peter Renner, damaliger Vorstandsvorsitzender der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima, machte in seiner Begrüßungsrede auf die Notwendigkeit aufmerksam, neue Wege im Umgang mit der Regulatorik zu finden und die Leistungen im Klimaschutz souverän zu kommunizieren. Die Verleihung des EmpCo-konformen Siegel SDGold machte eindrucksvoll sichtbar, dass transparente und glaubwürdige Klimakommunikation trotz steigender Anforderungen möglich ist und einen wichtigen Schritt zur nachhaltigen Transformation darstellt.
Eine besondere Perspektive auf Klimakommunikation lieferte Lea Dohm (Dipl.-Psychologin und Transformationsberaterin) in dem Workshop „Wie Kommunikation zu Themen nachhaltiger Entwicklung gelingt“. Lea Dohm veranschaulichte, wie über Klima-Engagement berichtet werden kann und welchen Herausforderungen, Schwierigkeiten und Gefühlen man auf dem Weg begegnet. Der Workshop blickte über den Tellerrand der Unternehmenskommunikation hinaus; er bot eine psychologische Perspektive auf knifflige Kommunikationssituationen, die vor allem im Klimabereich schneller als gedacht entstehen. Lea Dohm half unterschiedliche Kommunikationsstile einzuordnen und zu erkennen und veranschaulichte mögliche Reaktionen und Lösungsansätze.
Bereits im Vorlauf zum Sustainable Development Future Forum 2026 beschäftigten wir uns in dem Bereich Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit intensiv mit dem Thema der Klimakommunikation und der EmpCo. Wir veröffentlichten Infosheets und Handreichungen als Hilfestellung für Unternehmen und veranstalteten Online-Seminare zu dem Thema.
Unsere Jahreskonferenz war ein wichtiger Ort, um aufzuzeigen, dass EmpCo-konforme Klimakommunikation nicht unmöglich ist, sondern dass es viele gute Wege gibt, rechtssicher über das eigene Klima-Engagement zu berichten. Unser Ziel ist es, Unternehmen zu ermutigen Haltung zu bewahren, die Herausforderung anzunehmen und notwendige Grundlagen für transparente Kommunikation zu schaffen.
Klimakommunikation, mehr als EmpCo-konform!
Wenn mir das Sustainable Development Future Forum 2026 jedoch eines gezeigt hat, ist dass es bei Klimakommunikation um weit mehr geht als um Rechtssicherheit.
Was ich stattdessen erlebt habe, sind echte Menschen, die ein echtes Anliegen haben unsere Umwelt und unser Klima zu erhalten und sich in der Verantwortung sehen einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung und globalem Klimaschutz zu leisten. Nur wer das genauso auch kommuniziert, kann echte Veränderung erreichen. Wer still bleibt kommuniziert indirekt trotzdem, aber in dem Fall, dass Klimaschutzmaßnahmen keinen hohen Stellenwert haben. Nur gemeinsam können wir nachhaltige Entwicklung voranbringen – als starke Bewegung, die Verantwortung übernimmt, weil wir Teil unserer Umwelt sind und unsere Existenzgrundlagen schützen müssen.
Ja, Rechtssicherheit, Transparenz und Glaubwürdigkeit sind sehr wichtig. Aber die Botschaft dahinter ist die, die zählt. Unsere Wirtschaft hat großes Potential, echte Veränderungen voranzutreiben, das darf nicht verschwiegen werden. Kommunikation ist ein wichtiger Baustein dieser Klimabewegung, sie verbindet Menschen und Unternehmen und beweist Haltung, in Zeiten, in denen zu oft geschwiegen wird.




Forchung & Beratung
Von Silvia Nebl
Der Sustainable Impact Pool – Klimafinanzierung / THG-Kompensation leicht gemacht
Das Team von Forschung & Beratung hat die Jahreskonferenz unter anderem dazu genutzt, unseren brandneuen Sustainable Impact Pool (SIP) der breiten Unterstützer:innenschaft bekannt zu machen.
Wir haben den Pool auf Basis eines immer wieder kehrenden Wunsches ins Leben gerufen: insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen traten an uns mit der Frage, welche Projekte des freiwilligen Kohlenstoffmarkts (VCM) qualitativ hochwertig und somit unterstützungswürdig seien. Somit haben wir die letzten Monate damit verbracht, auf Basis eines umfassenden, selbst entwickelten, wissenschaftsbasierten und multifaktoriellen Bewertungsmaßstabs die Methodiken sowie sozialen und ökologischen Benefits einer Vielzahl bereits zertifizierter Projekte unter die Lupe zu nehmen. Dabei gehen unsere Anforderungen über die Qualitätsstandards vieler gängiger VCM-Zertifizierungsprogramme hinaus. Aus den eingegangenen Bewerbungen haben wir die sechs besten Projekte in den Pool aufgenommen, die besonders stark abgeschnitten haben. Diese können wir Ihnen guten Gewissens empfehlen!
Es hat viel Freude bereitet, an unserem SIP-Stand mit den Teilnehmenden der Jahreskonferenz in den Austausch zu treten – unsere Gespräche waren geprägt von einem regen Interesse, Offenheit und spannenden Rückfragen. Dieser Eindruck hat sich in den Workshops nochmal bestätigt. Wir sind glücklich und dankbar, Sie zu unseren Unterstützer:innen zählen zu dürfen und bedanken uns für den Erfahrungsaustausch und die sehr guten Gespräche!
P.S.: Eines der im Sustainable Impact Pool aufgenommenen Projekte ist übrigens EthioTrees von Climate Lab, welches auch den diesjährigen Leuchtturmwettbewerb gewonnen hat – und so schließt sich der Kreis 🙂


Engagement & Partnerschaften
Von Amelie von Nitzsch
Mein erstes SDFF
Seit drei Monaten bin ich jetzt im Team Engagement & Partnerschaften sowie Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung und lerne die Prozesse und Aufgabenbereiche noch jeden Tag besser kennen. Das Sustainable Development Future Forum 2026 war dabei meine erste Jahreskonferenz. Am 30. September wurde im Humboldt Carré aus der Idee ein richtiges Bild, mit Gesichtern, Stimmen und Geschichten.
Im Alltag begegneten mir Unterstützer:innen und Partner:innen bislang meist als Name in einer Übersicht oder als E-Mail-Adresse. Auf der Konferenz standen sie plötzlich vor mir und in den Kaffeepausen an unserem Infostand sowie in den Workshops kamen wir ins Gespräch, lernten uns kennen und tauschten uns aus. Dabei wurde mir klar, was „Netzwerk“ bei uns bedeutet: Dahinter stehen Menschen, die sich gemeinsam auf den Weg machen.
Unternehmen am Zug
Besonders beeindruckt hat mich das Executive Panel „Wirtschaft kann Wandel: Transformation gestalten, Resilienz stärken“. Dort sprachen Vertreter:innen von WILO SE, DACHSER SE, Bayer AG, GODELMANN GmbH & Co. KG und econsense, vom Mittelständler bis zum Großkonzern. Anschließend wurde das Siegel SDGold an WILO SE verliehen.
Schon auf dem Panel und später in den Gesprächen in den Pausen fiel mir auf, wie unterschiedlich die Unternehmen aufgestellt sind. Konzerne, Mittelständler und kleinere Betriebe haben verschiedene Voraussetzungen und Hürden, doch viele Themen, die sie beschäftigen, ähneln sich. Verbunden hat sie vor allem eine gemeinsame Motivation: der Wille, in Sachen Entwicklung und Klima etwas zu bewegen.
Als junges Mitglied im Team habe ich hier verstanden, was unsere Arbeit im Alltag bewirkt. Wir begleiten Unternehmen dabei, Klimaschutz und Entwicklungswirkung nachvollziehbar in ihre Strategie zu bringen, und ein Siegel wie SDGold macht dieses Engagement sichtbar.
Wirkung, die man sehen kann
Die Siegerehrung des Leuchtturmprojekts war für mich ein Höhepunkt. Dort wird umso mehr sichtbar, dass hinter den Zahlen zu Emissionen echte Projekte mit echten Menschen stehen. Dazu passten die Keynotes aus dem Globalen Süden, etwa von Mahlon Walo (Afrinet Carbon) und Marina Gavaldão (Ubá Sustainability Institute) zu hochwertigen Klimaschutzprojekten.
Für die Arbeit der Stiftung ist das zentral: Die Qualität im freiwilligen Kohlenstoffmarkt zeigt sich daran, dass Klimaschutz vor Ort etwas verändert. Besonders nachgehallt hat bei mir Mahlon Walos Hinweis, dass das Klima keine künstlichen Grenzen kennt und deshalb grenzüberschreitende Lösungen nötig sind. Für mich unterstreicht das die Verantwortung, die wir in Deutschland, in unserer Allianz und auch in der Stiftung tragen.





Unterstützung, die ankommt
Die Workshops und der darin stattfindende Austausch war dabei ebenso spannend für mich: Die unterschiedlichen Standpunkte und Sichtweisen der anwesenden Personen und das gesammelte Interesse an Nachhaltigkeit und Klimaschutz war nicht nur interessant zu verfolgen, sondern gleichermaßen motivierend. Ich durfte den Workshop „Wirkungsvoll verhandeln im Klimakontext – Eine praktische Einführung“ von Björn Knoop und Philine Schomacher vom Centre for Multilateral Negotiations mitverfolgen. Sie stellten die Verhandlungsstrategien nach dem Harvard-Prinzip anhand von Praxisbeispielen vor und erklärten, wie Verhandlungen bei der COP ablaufen, auch mit Blick auf die kommende COP in Antalya.
Besonders in Erinnerung ist mir, dass diese Trainings gezielt auch Gruppen stärken sollen, die in Verhandlungen oft weniger Gehör finden, etwa Menschen aus dem Globalen Süden oder Frauen. Für meine Arbeit im Team Engagement & Partnerschaften ist das ein wertvoller Gedanke: Gute Partnerschaften entstehen dort, wo alle Seiten auf Augenhöhe sprechen können. Spannend war außerdem, dass die Teilnehmenden die Methoden gleich auf ihren eigenen Alltag übertragen haben: Welche Verhandlungsprobleme gibt es bei uns im Unternehmen? Die Fragen, die dabei aufkamen, zeigten mir, wie viel davon im Berufsalltag steckt, auch in der Zusammenarbeit zwischen Stiftung, Partner:innen und Unterstützer:innen.
Was bleibt
Prof. Dr. Maren Urner hat den Tag mit ihrer Keynote „Warum Nachhaltigkeit immer im Kopf beginnt“ abgerundet. Sie erklärte, dass wir uns statt „Was müsste ich in meinem Leben (radikal) verändern, um das Klima zu schützen?“ eher fragen sollten: „Was muss ich fühlen, damit ich das Klima schütze?“. Denn die Macht der Gewohnheit stellt unser Gehirn vor eine Herausforderung und führt bei vielen Menschen zu einer Art kognitivem Erstarren. Emotionen seien deshalb die eigentliche „Währung“, mit der wir beim Klimaschutz arbeiten sollten.
Mein Fazit nach drei Monaten im Team und einem Konferenztag: Hinter jeder Kooperation steht Vertrauen, und das entsteht im persönlichen Gespräch.
Unser Fazit
Das diesjährige Sustainable Development Future Forum brachte Menschen aus ganz unterschiedlichen Organisationen und Hintergründen, aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Es fand ein reger Austausch zu Klimathemen, dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt und allem, was Unternehmen auf dem Weg zur nachhaltigen Transformation beschäftigt, statt. Wir hörten Stimmen aus dem Globalen Süden und sahen an praxisnahen Beispielen, wie hochwertige Projekte nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sondern auch nachhaltige Entwicklung voranbringen und einen echten Mehrwert für die lokale Bevölkerung bieten können.
Auch wenn bei uns in der Stiftung je nach Fachbereich unterschiedliche Aspekte im Fokus stehen, haben wir das Sustainable Development Future Forum alle als einen ganz besonderen Tag wahrgenommen, der nicht nur uns als Stiftungsteam vereint hat, sondern auch die Stiftung mit unserer Unterstützerschaft. So werden wir immer wieder daran erinnert, wie wichtig enge Zusammenarbeit, Kooperationen und gegenseitiger Austausch für das Erreichen unseres gemeinsamen Ziels, einer nachhaltigen Transformation, ist. Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden für den gelungenen Tag.
Copyright Reinaldo Coddou


