Nach einer erfolgreichen Pilotphase im letzten Jahr führt die Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima ihren Leuchtturm-Wettbewerb in diesem Jahr erneut und erweitert durch. Mit dem Wettbewerb wird ein ambitioniertes Klimaschutzprojekt im Globalen Süden ausgezeichnet, das positive Wirkungen auf Klima- und Entwicklungsfaktoren befördert. In diesem Beitrag blicken wir auf den Wettbewerb 2025 zurück und stellen die Ziele und den Ablauf der diesjährigen Ausgabe vor.
„Der glaubwürdige Einsatz für nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz braucht mehr Sichtbarkeit“, so lautete eine zentrale Erkenntnis der Unternehmen aus unserer Multi-Akteurs-Gemeinschaft, die verbleibende Rest-Emissionen über Klimaschutzprojekte ausgleichen und ihr Engagement zeigen wollen.
Mit unserem Wissen um lokal umgesetzte und wirkungsvolle Klimaschutzprojekte setzen wir uns als Stiftungsteam für diesen Wunsch nach mehr Sichtbarkeit dieser Projekte ein. In unserer Arbeit begegnet uns immer wieder der Umstand, dass in Unternehmen und Organisationen bereits mehr für Nachhaltigkeit getan wird, als einerseits gesetzlich vorgeschrieben ist und andererseits in der Öffentlichkeit darüber gesprochen wird. Treibhausgas-Bilanzen werden erstellt, Emissionen werden reduziert und zusätzlich qualitativ hochwertige Klimaschutzprojekte finanziert. Die Geschichten und Menschen hinter diesen Projekten kommen hingegen selten zu Wort. An dieser Stelle setzt der Leuchtturm-Wettbewerb an und bringt diese Aspekte ins Licht der Öffentlichkeit.
Rückblick auf den Leuchtturm-Wettbewerb 2025
Im vergangenen Jahr gewann das Projekt „Hifadhi Livelihoods Cookstoves“ den Wettbewerb. Im Rahmen des im Zentrum Kenias umgesetzte Vorhaben der Kategorie effiziente Kochöfen (Cookstoves) werden verbesserte Öfen an lokale Haushalte verteilt, um gesundheitsfördernde, ökologische und sozial nachhaltige Kochlösungen zu etablieren. Der reduzierte Rauchausstoß senkt die gesundheitliche Belastung der Nutzer:innen, während der geringere Bedarf an Brennholz und Holzkohle zum Schutz umliegender Wälder und ihrer Biodiversität beiträgt.
Gleichzeitig entstehen durch die lokale Herstellung und Wartung der Öfen Arbeitsplätze, wodurch die regionale Wertschöpfung gestärkt wird. Insbesondere Frauen profitieren von den neuen Einkommensmöglichkeiten sowie von der eingesparten Zeit beim Sammeln von Feuerholz, die sie für Bildung oder Erwerbstätigkeit nutzen können. Das Projekt leistet damit messbare Beiträge zu mehreren Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) und verbindet Klimaschutz mit konkreten sozialen Wirkungen.
Bei der Preisverleihung auf unserer Jahreskonferenz, dem Sustainable Development Future Forum, betonte Isabel Heeckt von SE Advisory Services, einem der Entwickelnden des letztjährigen Gewinnerprojekts: „Dieses Projekt zeigt, welchen Mehrwert Klimaschutz entfalten kann, wenn der Fokus konsequent auf den Menschen vor Ort liegt.“ Das Video mit Eindrücken aus dem Projekt in Kenia und den Menschen in der Projektregion können Sie sich hier anschauen.
Ziele des Leuchtturm-Wettbewerbs
Ein zentrales Anliegen des Leuchtturm-Wettbewerbs ist es, Klimaschutzmaßnahmen nicht isoliert zu betrachten, sondern als integralen Bestandteil ganzheitlicher Lösungsansätze zu verstehen, die zugleich soziale, ökologische und wirtschaftliche Mehrwerte für die lokale Bevölkerung schaffen. Im Auftrag der Stiftung steht der Wettbewerb daher unter dem Leitmotiv „Entwicklung und Klima“.
Eingereicht werden Projekte, die messbare Entwicklungswirkungen entfalten – etwa durch den verbesserten Zugang zu sauberer Energie, die Stärkung von Bildungs- und Einkommensmöglichkeiten, den Schutz natürlicher Ökosysteme und ihrer Biodiversität oder die Sicherung von sauberem Trinkwasser. Diese Wirkungen stehen exemplarisch für das breite Spektrum an Beiträgen zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung.
Mit der Durchführung des Wettbewerbs werden ambitionierte Projekte in Ländern des Globalen Südens prämiert und ihr Beitrag zu wirkungsorientiertem Klimaschutz hervorgehoben. Zugleich soll der Wettbewerb innovative Projektansätze und erfolgreiche Umsetzungsmodelle identifizieren, die als Referenz für Replikation, Skalierung und internationale Zusammenarbeit dienen können. Von besonderer Bedeutung ist dabei für uns als Stiftung, den Menschen vor Ort eine Stimme zu geben und ihre Perspektiven, Erfahrungen und Wirkungen sichtbar zu machen.
Mehrstufiger Bewertungsprozess zur Evaluierung der Projekte
Die Sichtung und Evaluierung der Einreichungen finden in unterschiedlichen Phasen statt. So möchten wir gewährleisten, dass eine unabhängige und fundierte Bewertung und Auswahl der eingegangenen Bewerbungen erfolgt und am Ende das Leuchtturm-Projekt 2026 feststeht:
- Nachdem ein Projekt bei uns eingeht, wird zunächst geprüft, ob die grundlegenden Teilnahmebedingungen und -kriterien erfüllt sind. So sind z. B. nur Projekte mit einer Zertifizierung durch Kohlenstoffprogramme zugelassen, die den aktuellen Empfehlungen der Stiftung entsprechen. Das Projekt muss außerdem eine bestimmte Anzahl verifizierter Beiträge zu den SDGs vorweisen.
- Im nächsten Schritt erfolgt eine detailliertere Bewertung auf Basis definierter Kriterien. Dieser Schritt wird nach dem Vier-Augen-Prinzip mit Mitarbeitenden der Stiftungund externen Expert:innen durchgeführt. Hier spielen z. B. die Einbeziehung der lokalen Bevölkerung in die Projektplanung, die langfristige Strategie des Projekts und die Handhabung der Projekterlöse eine Rolle. Zudem gibt es spezielle Zusatzkriterien je nach Projekttyp. Interviews mit Mitarbeitenden der lokalen Umsetzungsorganisation sind Teil dieses Schrittes. Die drei Projekte mit der höchsten Punktzahl werden an eine Fachjury weitergeleitet, die aus Expert:innen in Bereichen der Kohlenstoffmärkte und der Entwicklungszusammenarbeit besteht.
- Die Fachjury analysiert die drei Finalprojekte in ihrem jeweiligen Gesamtkontext und berät über das Gewinnerprojekt. Dabei werden unter anderem Faktoren wie Innovationskraft, Übertragbarkeit und Replikationsmöglichkeit einbezogen.
- Im Zuge der Auswahl des möglichen Gewinnerprojekts findet eine Vor-Ort-Prüfung durch die Stiftung einschließlich einer externen, unabhängigen Begleitung statt. Diese Prüfung dient dem Zweck, mit den Menschen vor Ort zu sprechen und das Projekt – insbesondere die positiven Wirkungen – zu begutachten. Damit können sich die Beteiligten am Umsetzungsort einen persönlichen Eindruck von den geschilderten Prozessen und Wirkungen machen. Sobald dies geschehen ist und positiv bestätigt wird, steht das Leuchtturm-Projekt 2026 fest.
Das Gewinnerprojekt wird auf unserer Jahreskonferenz, dem Sustainable Development Future Forum, am 30. September 2026 in Berlin öffentlichkeitswirksam gewürdigt. Dort wird auch das Video gezeigt, das im Anschluss an die Projektreise in der Region durch lokale Filmemacher:innen professionell gedreht und anschließend produziert und als Preis des Wettbewerbs vergeben wird.
Freiwilliges Engagement als wichtiger Baustein
Der Leuchtturm-Wettbewerb fügt sich ein in die übergeordnete Vision und Strategie der Stiftung, nicht-staatliches Engagement für nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz entlang der SDGs der Vereinten Nationen sowohl sichtbar zu machen als auch zu verstärken.
Gerade in Zeiten, in denen sich internationale Kooperation und Entwicklungszusammenarbeit Herausforderungen gegenübersehen, ist es aus unserer Sicht umso wichtiger, hier auf die Vorteile der Klimaschutzprojekte des freiwilligen Kohlenstoffmarkts in Ländern des Globalen Südens hinzuweisen und sie in die Öffentlichkeit zu tragen. Der Leuchtturm-Wettbewerb zeigt, dass freiwilliger Einsatz für nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz eine wichtige und sinnvolle Ergänzung zu staatlichen Maßnahmen sein kann.
Alle Informationen – unter anderem zum Ablauf, den Teilnahmevoraussetzungen und Fragebögen des Wettbewerbs – finden Sie gebündelt auf unserer Website (jeweils auf Deutsch und Englisch). Bei Rückfragen können Sie uns gerne unter leuchtturm@allianz-entwicklung-klima.de kontaktieren.
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