Warum nachhaltige Produktion und Konsum unabdingbar sind

Vom linearen Wirtschaftssystem zur Kreislaufwirtschaft: Eine Transformation für Menschen und Klima

Als leidenschaftliche Schatzsucherin und Schnäppchenjägerin kaufe ich super gerne second-hand. Seit einigen Jahren besteht der Großteil meines Kleiderschranks aus Kleidungsstücken, die ich in Second-Hand-Läden, auf Flohmärkten oder über Online-Plattformen für gebrauchte Artikel gefunden habe. Neue Kleidung und Produkte kaufe ich viel seltener, es macht mir weniger Spaß, und ja, auch der Umwelt zuliebe verzichte ich bewusst darauf. Dabei ist mir aufgefallen, dass viele Second-Hand-Shops seit einiger Zeit mit Kleidung von Ultra-Fast-Fashion Herstellenden geflutet werden. Teile von minderwertiger Qualität, die wahrscheinlich nur ein paar wenige Male getragen wurden, werden gegen die nächsten aktuelleren Trends eingetauscht. Der Lebenszyklus von Fast-Fashion-Kleidung wird immer kürzer: Ein Teil davon endet im Müll, ein Großteil wird gespendet, wobei viele Kleidungsannahmestellen mit der Masse an Kleidung überfordert sind. Von den gespendeten Stücken landet letztendlich ein bedeutender Anteil in Ländern des Globalen Südens – welche sozialen und ökologischen Risiken damit einhergehen ist oft unbekannt. Laut Umweltbundesamt (2025) werden in Deutschland pro Person jährlich durchschnittlich rund 18 kg Bekleidung neu gekauft. Gleichzeitig zeigt eine Umfrage von Greenpeace (2025), dass rund ein Drittel der Kleidungsstücke im Kleiderschrank selten oder nahezu nie genutzt wird, während nur knapp 40 % regelmäßig getragen werden. Diese Zahlen verdeutlichen den hohen Ressourcenverbrauch sowie das erhebliche Potenzial für einen nachhaltigeren Umgang mit Kleidung durch längere Nutzungsdauer und bewussteren Konsum.

Die Textilindustrie verursacht nach aktuellen Schätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) zwischen 2 und 8 % der globalen Treibhausgasemissionen. Sie ist damit ein bedeutender, jedoch nicht der einzige Teil im Zusammenhang mit ressourcenintensivem Konsum und umweltbelastenden Produktionsweisen. Mit dem Übereinkommen von Paris und der Agenda 2030 hat die UN 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) verabschiedet, um eine soziale, wirtschaftliche und ökologisch nachhaltige globale Entwicklung zu fördern. Das SDG 12 („Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen“) befasst sich genau damit: dem Sicherstellen von nachhaltigen Konsum- und Produktionsmustern, um nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz voranzubringen und das 1,5 Grad Ziel nicht zu überschreiten.


Zu den Zielen des SDG 12 gehören unter anderem die nachhaltige und effiziente Nutzung von natürlichen Ressourcen, die Reduzierung von Abfällen und die Verringerung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung. Die Umsetzung dieser Ziele, erfordert Beiträge verschiedener Akteure: Verbraucher:innen können ihren Konsum überdenken, Unternehmen die sozialen und ökologischen Risiken entlang ihrer Wertschöpfungskette reduzieren und die Politik geeignete gesetzliche Rahmenbedingungen und Anreize für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster schaffen (OECD 2025).

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SDG 12 wird anhand mehrerer Indikatoren gemessen, dazu zählen:

  • Anzahl unterstützender Staaten (Beschlüsse und Umsetzung politischer Maßnahmen zur Erreichung von SDG 12)
    Rohstoff-Fußabdruck
  • Inländische Materialnutzung
  • Lebensmittelverluste und -abfälle
  • Aufkommen und Umgang mit gefährlichen Abfällen
  • Nationale Recyclingquote
  • Anzahl an Nachhaltigkeitsberichten

Gemäß des SDG Progress Report der UN (Stand 2024) schreiten Nachhaltigkeitsanstrengungen voran, so ist zum Beispiel die Anzahl der politischen Maßnahmen im Zusammenhang mit nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion von 2023 zu 2024 um 6 % gestiegen. Auch Unternehmen übernehmen mehr und mehr Verantwortung. So liegt die Anzahl an Nachhaltigkeitsberichten der 250 umsatzstärksten Unternehmen bei 96 %. Trotzdem bestehen weiterhin große Herausforderungen, beispielsweise das steigende Aufkommen von Elektroschrott sowie hohe Subventionen für fossile Brennstoffe.

Zwischen 2015 und 2022 stieg die globale inländische Materialnutzung um 23,3 %, der materielle Fußabdruck um 21,3 %. Lebensmittelverluste bleiben weiterhin ein großes Problem; über eine Milliarde Tonnen Lebensmittel gingen 2022 verloren, 60 % davon waren Haushaltsabfälle. Das entspricht mehr als einer Milliarde Mahlzeiten täglich, und das in einer Welt, in der laut UN immer noch jeder elfte Mensch von Hunger betroffen ist. Zudem ist Lebensmittelverschwendung nicht nur eine Herausforderung für „reiche“ Länder: Haushaltsabfälle in Ländern mit hohem und Ländern mit höherem mittlerem und niedrigem mittlerem Einkommen variieren nur um durchschnittlich 7 kg pro Person pro Jahr.


Vor allem nationale Recyclingquoten und globale Abfallwirtschaft bedürfen Verbesserung und Weiterentwicklung. Weltweiter Elektroschrott stellt dabei eine der größten Herausforderungen dar: Im Jahr 2022 wurden laut Global E-waste Monitor 2024 62 Mrd. kg Elektroschrott verzeichnet, eine Zahl, die bis 2030 voraussichtlich auf 82 Mrd. kg steigen wird. Zurzeit werden nur etwa 22,3 % davon ordnungsgemäß entsorgt, ein Abwärtstrend, der seit 2010 im Gange ist. Insbesondere der weltweite unkontrollierte Transport von e-Abfällen über Ländergrenzen hinweg ist problematisch: Nicht-regulierte Entsorgung birgt Risiken für die Umwelt und die lokale Bevölkerung, meist in Ländern des Globalen Südens (WHO 2024).

SDG 12 in Deutschland: Strategien für nachhaltigeres Wirtschaften

Der Earth Overshoot Day gibt den Tag an, an dem alle in einem Jahr theoretisch verfügbaren natürlichen Ressourcen, d.h. die Biokapazität der Erde, aufgebraucht sind. Der globale Erdüberlastungstag fällt 2025 auf den 24. Juli. Seit den 1970er Jahren bewegt sich dieser Tag immer weiter nach vorn, ausgenommen ist das Pandemie Jahr 2020; die ökologische Übernutzung steigt stetig. In Deutschland liegt der Earth Overshoot Day momentan auf dem 10. Mai, also überdurchschnittlich früh. Würden alle Menschen weltweit so leben und konsumieren wie wir in Deutschland, dann bräuchten wir drei Planeten, um den Ressourcenverbrauch abzudecken. In Bezug auf Treibhausgasemissionen liegt Deutschland ca. 60 % über dem globalen Pro-Kopf-Durchschnitt (Stand 2021). Allein der Lebensmittelverbrauch deckte im Jahr 2018 20 % des nationalen ökologischen Fußabdrucks ab.


Wenn es um die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen in Folge der Agenda 2030 geht, liegt Deutschland im globalen Vergleich ziemlich weit vorn. Vergleicht man nun auf nationaler Ebene alle 17 SDGs ist die Umsetzung von SDG 12 jedoch am wenigsten fortgeschritten (Stand 2025). Bei der Durchsetzung von nachhaltigen Konsum- und Produktionsmustern mangelt es noch an verschiedenen Stellen. Um SDG 12 und damit die Agenda 2030 zu realisieren hat die Bundesregierung mehrere Gesetze und seit 2016 ein Nationales Programm für nachhaltigen Konsum (NPNK) auf den Weg gebracht. Analysen des NPKP zeigen, dass der Konsum in Deutschland bislang nur teilweise nachhaltiger geworden ist – CO2-Emissionen sinken nur langsam und die PKW-Nachfrage steigt weiterhin. Ungefähr die Hälfte der erforderlichen Maßnahmen sind umgesetzt bzw. weit fortgeschritten, ein Großteil der restlichen Maßnahmen stehen noch am Anfang, bzw. ist der Status der Umsetzung unklar (Stand 2024).


Das Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten zur Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen in Lieferketten, kurz Lieferkettengesetz, wurde eingeführt, um den Schutz der Menschenrechte und der Umwelt in globalen Lieferketten zu verbessern. Laut Gesetz erstreckt sich die Sorgfaltspflicht der Unternehmen auf die gesamte Lieferkette – von der Gewinnung der Rohstoffe bis hin zu der Lieferung an die Endkund:innen. Noch erfüllen weniger als 20% der Unternehmen diese Vorgaben. Beim Lieferkettengesetz geht es darum, grundlegende Menschenrechts- und Umweltstandards einzuhalten, Kinder- und Zwangsarbeit zu stoppen und der Verunreinigung von Trinkwasser entgegenzuwirken.


Eine weitere Gesetzesänderung hin zu nachhaltigeren Konsum- und Produktionsmustern stellt das neue Verpackungsgesetz dar. Wer zukünftig Verpackungen auf den deutschen Markt bringt, muss gleichzeitig auch Maßnahmen zur Verpackungsvermeidung ergreifen. Recyclingquoten sollen erhöht werden und es wird eine Zulassung notwendig, wenn Unternehmen Verpackungen herstellen oder entsorgen.

Kreislaufwirtschaft als Antwort auf SDG 12

Im Zeitraum von 2015 bis 2022 stieg die inländische Materialnutzung weltweit um 23,3 %. Eine mögliche Antwort auf Herausforderungen im Bereich Ressourcennutzung, Konsum und Produktion bietet die Kreislaufwirtschaft. Hier ist das Motto: Reduce, Reuse, Recycle. In der Kreislaufwirtschaft wird der gesamte Lebenszyklus eines Produktes betrachtet, von Design über Produktion, bis zu Reparatur und Entsorgung – der Kreis soll geschlossen werden: Das ursprüngliche Produkt wird als Sekundärrohstoff zurück in die Wirtschaft geführt. So kann der Wert von Ressourcen, Materialien und Produkten länger erhalten bleiben, der primäre Ressourcenverbrauch gesenkt und durch Sekundärmaterialien substituiert werden. Die Transformation zur Kreislaufwirtschaft bietet dabei vielfältige Chancen für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Dazu können Maßnahmen auf allen Ebenen des Ressourcenmanagements beitragen: eine höhere Ressourceneffizienz, der verstärkte Einsatz von nicht-fossilen und recycelte Materialen, die Verlängerung der Lebensdauer von Produkten sowie deren bessere Recycle- und Reparaturfähigkeit. Gleichzeitig gewinnen neue nachhaltige Geschäftskonzepte, wie z.B. Leih- und Sharing-Angebote, zunehmend an Bedeutung. Auch die Stärkung von Verbraucher:innen unterstützt diesen Wandel. Die EU-Right-to-Repair-Richtlinie ist ein wichtiger Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft, wie ich finde.


Durch solche Maßnahmen können natürliche Ressourcen geschont, Abfälle reduziert, die Umwelt und das Klima entlastet und die Rohstoffsicherung gewährleistet werden. Vor allem in der Grundstoffindustrie ist das Potenzial zur Einsparung von Treibhausgasemissionen groß. Laut der Veröffentlichung „Klimaschutz durch Kreislaufwirtschaft“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ, 2021) könnten „durch einen sektorübergreifenden Umbau zur Kreislaufwirtschaft und konsequente Abfallvermeidung […] bis zu 20 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen eingespart werden“.

Die Erreichung von SDG 12 ist ausschlaggebend für den globalen Klimaschutz

Globale Konsum- und Produktionsmuster haben einen großen Einfluss auf Treibhausgasemissionen, die Umwelt und die Menschen. Lebensmittelverluste, Elektroschrott und die Textilindustrie sind Beispiele für Bereiche, die einen hohen Emissionsausstoß verzeichnen und in denen noch viel Raum für nachhaltige Entwicklung ist. Wenn Akteure weltweit darauf hinarbeiten, SDG 12 zu erreichen, können wir einen großen positiven Effekt auf Klima, Umwelt und Menschen realisieren. Marktbeobachter:innen warnen daher, dass dies die Verrechnung von Emissionsgutschriften (Corresponding Adjustments) blockieren könnte. Für den internationalen Luftfahrt-Kompensationsmarkt (CORSIA) benötigen Projektentwickler:innen jedoch Autorisierungsschreiben (Letters of Authorisation, LoAs) der Gastgeberländer. Viele Entwicklungsländer zögern mit deren Freigabe. Sie befürchten, zu viele Emissionsgutschriften abzugeben und dadurch ihre eigenen Klimaziele künftig schwerer erreichen zu können. Dieses Risiko, das unter dem Begriff „Overselling“ diskutiert wird.

Lebensmittelverluste entlang der Lieferkette und Lebensmittelverschwendung sind für 8 – 10 % der globalen Emissionen verantwortlich. Eine Reduzierung von Verlusten trägt dazu bei, dass die für die Produktion benutzten Landflächen, das benötigte Wasser und die Ressourcen optimal genutzt werden. Treibhausgasemissionen, vor allem Methan, entstehen hauptsächlich bei der Zersetzung von Lebensmitteln, wenn diese nicht kompostiert werden. Qualitativ hochwertige Klimaschutzprojekte im Bereich Abfallmanagement- und Kompostierung bieten hier eine Möglichkeit den nachteiligen Effekten von Lebensmittelabfällen entgegenzuwirken.

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Die Entsorgung von Alt-Elektrogeräten ist ein weiterer Sektor, in dem erheblicher Handlungsbedarf besteht, vor allem da die Menge an auf den Markt gebrachten Geräten und daraus resultierender Elektroschrott Jahr für Jahr steigt. Elektroabfall enthält viele für Umwelt und Gesundheit schädliche Substanzen, wie z.B. Schwermetalle (Quecksilber, Blei, Kobalt) und Flammschutzmittel. Insbesondere alte Kühlschränke und Klimaanlagen weisen klimaschädliche und teilweise ozonschädliche Kälte- und Treibmittel auf. Das belastet Böden, Luft, Grundwasser und Klima. Die Entsorgung von Alt-Kühlgeräten allein birgt jährlich mehr als 2 Gt CO2e an Emissionen.

In den Ländern, die Elektroschrott aufnehmen, bietet der informelle Recyclingsektor Herausforderungen. Aufgrund fehlender moderner Recyclinganlagen gehen hier wertvolle Wertstoffe teilweise verloren. Zudem ist die lokale Bevölkerung gesundheitlich gefährdet; erhöhte Schwermetallbelastungen des Blutes konnten in der Vergangenheit bereits nachgewiesen werden. Zugleich trägt der informelle Sektor auch zur Kreislaufwirtschaft bei: Ersatzteile und noch funktionierende Geräte gelangen wieder auf den Markt. Gleichzeitig stellt er eine wichtige Einnahmequelle für viele Menschen in Ländern des Globalen Südens dar. Eine umweltgerechte Zerlegung, Rückgewinnung und Entsorgung der Geräte sind dabei unverzichtbar, um die ökologischen und gesundheitlichen Risiken abzuwenden. Klimaschutzprojekte und zirkuläres Wirtschaften sind auch hier wichtige Ansätze, um SDG 12 zu erreichen.

Die Textilindustrie ist ein weiterer Sektor, in dem seit Jahren die Emissionen steigen: durch Fast-Fashion-Trends und immer häufiger wechselnde Kollektionen haben sich Energie- und Rohstoffverbrauch in den letzten Jahren vervielfacht. Gleichzeitig sinken Qualität und Nutzungsdauer der Kleidungsstücke, wodurch Textilabfälle drastisch ansteigen. Im Vergleich zu den frühen 2000er Jahren hat sich die globale Textilfaserproduktion fast verdoppelt, bis 2030 wird vermutet, sie könnte auf 149 Millionen Tonnen steigen. Die Produktion von Textilien ist verbunden mit hohem Wasserverbrauch, der Nutzung umwelt- und gesundheitsschädlicher Chemikalien und hohen Emissionen. 

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Auch die Arbeitsbedingungen in Produktionsländern sind oft herausfordernd; Arbeitende sind durch mangelnden Arbeitsschutz, lange Arbeitszeiten, sehr niedrige Löhne und dem Gebrauch toxischer Chemikalien oftmals gefährdet. Der Textilsektor ist laut BMZ verantwortlich für 2-10 % der globalen Treibhausgasemissionen, 20 % der Frischwassernutzung sowie 16-35 % der Verunreinigung der Meere durch Mikroplastik. In der EU werden trotzdem bislang nur ca. 1 % aller textilen Fasern recycelt. Laut BMZ wird ein Großteil der in Deutschland entsorgten Textilien exportiert und in Ländern des Globalen Südens wie z.B. Ghana oder Kenia auf dem Second-Hand-Markt verkauft. Ein Großteil der Kleidungsstücke wird jedoch schließlich verbrannt, endet auf Müllhalden oder in der Umwelt. Fehlende Infrastruktur und Recyclinganlagen erschweren die angemessene Weiterverarbeitung und Entsorgung. Die Entwicklung hin zu einer textilen Kreislaufwirtschaft inklusiver einer Verbesserung sozialer Faktoren ist aus meiner Sicht notwendig, um die Umwelt zu entlasten, die Lebensqualität der Menschen entlang der Wertschöpfungskette zu verbessern und Emissionen zu verringern. Qualitativ hochwertige Klimaschutzprojekte im Sektor der Abfallwirtschaft können einen ersten wichtigen Teil dazu beitragen.

Jede einzelne Person kann Positives bewirken und zum Klimaschutz beitragen

Mein Eindruck ist: Als Verbraucher:in steht man oft einem Markt gegenüber, der nicht-nachhaltiges Verhalten und Überkonsum belohnt. Oft fühle ich mich überfordert mit der Menge an Produkten und Wahlmöglichkeiten und machtlos in dem Wunsch, mich klimafreundlich zu verhalten. Es gibt aber etliche Dinge, die auch ich als Privatperson tun kann, um die Umwelt zu schützen und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Zum Beispiel kann man viele Dinge gebraucht kaufen, was die Lebensdauer dieser Produkte verlängert und etwas auf‘s Neue in den Kreislauf bringt – ein kleiner Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Auch Leih-Modelle werden immer beliebter, so kann man von Büchern über Werkzeug und Kleidung, vieles einfach ausleihen. Gegenstände, die sonst lange unbenutzt bleiben, werden für eine breite Menge an Menschen zugänglich. Um bei Kaufentscheidungen weniger überfordert zu sein, gibt es Siegel, die Orientierung geben können zu Nachhaltigkeitsaspekten.


Auch zur Abfallvermeidung kann man schon in Privathaushalten beitragen. Zum Einkaufen eine eigene Tasche mitnehmen, in Plastik verpackte Lebensmittel, wenn möglich, vermeiden, Plastiktüten wiederverwenden und Einmal-Verpackungen ersetzen: Das sind nur ein paar wenige der möglichen Verhaltensweisen, die ich selbst beherzige. Vor allem im Bereich Lebensmittelverschwendung kann ich als Individuum viel bewegen, indem ich nur das kaufe, was ich auch essen kann. Ungebrauchtes Essen verteile ich und nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums prüfe ich das Lebensmittel auf Genießbarkeit. Wenn ich etwas entsorge, achte ich auf die korrekte Mülltrennung. Und wer eine Biotonne hat, sollte diese benutzten oder noch besser, selbst kompostieren, wenn die Möglichkeit besteht.

Die konsequente Umsetzung der Ziele des SDG 12 ist ausschlaggebend für die Realisierung nachhaltiger und sozial gerechter Wertschöpfungsketten und die Erreichung des 1,5-Grad-Ziels. Eine nachhaltige Wende hin zu verantwortungsvollen Konsum- und Produktionsmustern kann nur durch das Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Privatpersonen gelingen. Auf allen Ebenen gilt es, bestehende Strukturen zu hinterfragen und nachhaltige Lösungen umzusetzen. Dabei tragen insbesondere Politik und Wirtschaft eine zentrale Verantwortung, um die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen und Veränderungen voranzubringen. 

Gleichzeitig kann auch jede einzelne Person im Alltag einen positiven Beitrag leisten, nachhaltige Entscheidungen treffen und dem eigenen Umfeld Vorbild sein für einen nachhaltigeren Lebensstil. Gemeinsam können so langfristige Veränderungen und eine nachhaltige Zukunft gestaltet werden.

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