Ergebnisse der COP30: Bedeutung für den freiwilligen Kohlenstoffmarkt

16.12.2025

Vom 10. bis zum 21. November 2025 fand die 30. Weltklimakonferenz COP30 in Belém, Brasilien, statt. Im Mittelpunkt der Verhandlungen standen u.a. die Abkehr von fossilen Brennstoffen zur Senkung des weltweiten Treibhausgasausstoßes sowie die Finanzierung von Klimaschutz und Klimafolgenanpassung im Globalen Süden.

Welche Bedeutung haben die Ergebnisse der COP30 für den freiwilligen Kohlenstoffmarkt und wie beeinflussen sie die zukünftige Arbeit der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima? Um diese Frage zu beleuchten, lud die Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima Dr. Lambert Schneider, Forschungskoordinator für internationale Klimapolitik, Öko-Institut, ein, die Ergebnisse der COP gemeinsam mit der Stiftung vorzustellen und einzuordnen. Die digitale Veranstaltung fand am Donnerstag, den 11. Dezember 2025, um 11:00 Uhr statt.

Dr. Schneider berichtete aus erster Hand von den Verhandlungen, da er Mitglied der europäischen Delegation in den Verhandlungen zu internationalen Kohlenstoffmärkten war. Zudem informierte er über den aktuellen Stand bei der Umsetzung des Paris Agreement Crediting Mechanism (PACM) unter Artikel 6.4 des Pariser Übereinkommens.

Die Kernaussagen des Online-Seminars haben wir hier für Sie zusammengefasst:

 

Gemischte Fortschritte in zentralen Bereichen der internationalen Klimapolitik

Zunächst erwähnte Dr. Lambert Schneider, dass fast alle Staaten ein Bekenntnis zu multilateraler Zusammenarbeit zeigten – ein Zeichen, das unter den aktuell vorherrschenden geopolitischen Umständen und dem Rückzug der Vereinigten Staaten von Amerika aus dem Übereinkommen von Paris als positiv gewertet werden kann. In wesentlichen Punkten konnten auf der COP30 für den globalen Klimaschutz Fortschritte erzielt werden, jedoch blieb die Konferenz in manchen dieser Aspekte hinter den Erwartungen zurück.

Das Thema „Anpassung an den Klimawandel“ war zentral: Es gab eine Einigung zu Indikatoren, die den Fortschritt der Anpassung messbar machen sollen. Darüber hinaus soll eine Verdreifachung der finanziellen Mittel für die Anpassung an den Klimawandel bis 2035 angestrebt werden. Dies liest sich vielversprechend und kann dafür sorgen, dass bereits vom Klimawandel betroffene Staaten und Regionen die benötigte Unterstützung erhalten. Das war eine zentrale Forderung vieler Entwicklungsländer. Allerdings ist kein Basisjahr für die Berechnung einer Verdreifachung angegeben, was zu Unklarheit führt.

Auf der COP30 wurden keine konkreten Beschlüsse zu den Themenblöcken „Ausstieg aus fossilen Energien“ und „Reduktion von Entwaldung“ getroffen. Jedoch gibt es Initiativen mehrerer Staaten, die diese Themen außerhalb der Klimakonferenzen vorantreiben wollen, wie z.B. eine geplante Konferenz im Frühjahr 2026 in Kolumbien, bei der ein Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Energien diskutiert werden soll.

Das Gastgeberland Brasilien rief einen neuen Fonds ins Leben, der Regenwaldländer finanziell unterstützen soll, sofern der Wald auf ihrem Staatsgebiet bestehen bleibt (Tropical Forest Forever Fund, TFFF). Erste finanzielle Zusagen für den Fonds – unter anderem von der deutschen Bundesregierung – wurden bereits getätigt.

 

Entwicklungen bezüglich Artikel 6 und internationalen Kohlenstoffmärkten

Die Regeln für Artikel 6 des Übereinkommens von Paris, der die zwischenstaatliche Zusammenarbeit für die Erreichung der Ziele des Abkommens organisiert, wurden grundsätzlich bereits auf der COP29 in Baku, Aserbaidschan, fertiggestellt. Jetzt geht es in die Umsetzung: Unter dem PACM wurden im vergangenen Jahr wichtige übergeordnete Standards verabschiedet. Darüber hinaus wurde die erste Methode für den Projekttyp „Deponiegas“ verabschiedet und die ersten CDM-Projekte übertragen. Es ist davon auszugehen, dass im Verlauf des nächsten Jahres erste Zertifikate ausgegeben werden.

Laut Einschätzung von Dr. Lambert Schneider werden Zertifikate unter Artikel 6 von unterschiedlicher Qualität sein. Der PACM hat das Potenzial, ein Mechanismus von hoher Ambition und Integrität zu werden. Er warnte zugleich vor manchen Zertifikaten unter Artikel 6.2, die keine zusätzliche Klimawirkung entfalten. Außerdem stellte er die Komplexität der Regeln unter Artikel 6 heraus und dadurch die Herausforderung vieler Gastländer, diese in ihren nationalen Klimaschutzstrategien einzubauen und umzusetzen. Hier gilt es, Defizite als Teil der Überprüfungen durch technische Experten zu identifizieren und die Länder durch Kapazitätsaufbau zu unterstützen.

 

Für die Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima bedeuten diese Entwicklungen eine Bestätigung ihrer Ziele, interessierten Unterstützer:innen bei ihren Klimaschutzstrategien mit Empfehlungen und Einschätzungen wie bisher zur Seite zu stehen. Dazu gehören die UN-Klimaverhandlungen, über die wir Sie auch in Zukunft auf dem Laufenden halten werden. Zudem erachtet die Stiftung internationale Konferenzen – gerade unter politisch herausfordernden Umständen – weiterhin als essenziell, um verschiedene Perspektiven und Stimmen in der internationalen Kooperation zusammenzubringen und eine nachhaltige Entwicklung weltweit zu stärken.

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