Im Vergleich zum Ansatz „Tonne für Tonne“ im Zuge der Kompensation, wonach für jede unvermeidbare Tonne Treibhausgasemissionen eine Emissionsgutschrift gekauft wurde, geht es beim Contribution Claim-Ansatz zur Klimafinanzierung um den neuen Ansatz „Geld pro Tonne“. Unternehmen können sich einen bestimmten CO2-Preis geben, der sukzessive steigt, während die Emissionen im Unternehmen durch Klimaschutzmaßnahmen sinken. Um das Budget für Klimafinanzierung zu ermitteln, wird der Preis auf alle Emissionen entlang der Scopes (1 bis 3) angewandt, indem Unternehmen den CO2-Preis mit den Emissionen über einen bestimmten Zeitraum (bspw. einem Jahr) multipliziert. Der CO2-Preis pro Tonne variiert je nach Branche und Sektor. Energieintensive Unternehmen mit hohen Produktions- und Transportkosten und entsprechend hohem unternehmerischen CO2-Fußabdruck wählen sicher einen anderen CO2-Preis als Tech-Unternehmen mit einer vergleichsweise niedrigeren Treibhausgasbilanz.
Für den CO2-Preis bietet beispielsweise der nationale Emissionshandel für fossile Brennstoffe und Abfallverbrennung mit derzeit 55 Euro pro Tonne eine Orientierung (Stand April 2025). Eine weitere Möglichkeit zur Ermittlung eines passenden CO2-Preises ist dessen Ableitung von einem globalen Klimaschutzziel. Die Weltbank ermittelte im Jahr 2017 eine Bandbreite von 50 bis 100 USD pro t CO2 im Jahr 2030, um die Erderwärmung auf 2° C zu begrenzen (High-Level Commission on Carbon Prices, 2017). Gleichwie Unternehmen ihren CO2-Preis festlegen, er sollte in jedem Fall transparent begründet und ambitioniert sein.