ARD-Recherchen unterstreichen die Notwendigkeit verbindlicher Standards im freiwilligen Kohlenstoffmarkt

20.11.2025

Die Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima hat die jüngst ausgestrahlte ARD-Dokumentation „Verschollen – Schmutzige Geschäfte mit dem Klimaschutz“ zur Kenntnis genommen. In der Sendung werden unter anderem Lieferketten für Holzkohle dargestellt, die in der Produktion von sogenanntem „grünem Stahl“ eingesetzt wird und nach Angaben der Dokumentation auch beim Bau der Hamburger U-Bahn-Linie 5 Verwendung finden soll. Thematisiert werden zudem sowohl Landnutzungskonflikte als auch die vermeintliche Praxis, für die Stahlproduktion angebauten Eukalyptus nach kurzer Nutzungsdauer zu verbrennen. Die Dokumentation stellt die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen dieses Vorgehens zur Diskussion.

Die Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima ist der Meinung, dass es von großer Bedeutung ist, diese Praktiken transparent aufzuklären und sicherzustellen, dass internationale Standards in Klimaschutzprojekten konsequent eingehalten werden. Zugleich dürfen die in der Dokumentation dargestellten Missstände nicht dazu führen, hochwertige und wirksame Projekte grundsätzlich infrage zu stellen. Denn ohne sie wird die bestehende Finanzierungslücke im globalen Klimaschutz nicht zu schließen sein.

Entwicklung und Klima zusammen denken

Das Pariser Klimaabkommen hat die Rahmenbedingungen für Kompensationsmaßnahmen grundlegend verändert. Emissionszertifikate, die künftig auf die eigene Klimabilanz angerechnet werden sollen, benötigen ein sogenanntes Corresponding Adjustment (CA) durch das Gastland. Unternehmen, die Klimaziele über die klassische Klimaneutralität hinaus verfolgen, können hingegen weiterhin Projekte ohne CA unterstützen, d.h. im Rahmen sogenannter Contribution Claims, also privater Finanzierungsbeiträge zum internationalen Klimaschutz.

Diesen Trend greift auch ein Anfang März 2025 veröffentlichter Beitrag der Stiftung Warentest auf. Die Autor:innen zeigten, dass Anbietende im freiwilligen Kohlenstoffmarkt verstärkt nicht nur die CO₂-Reduktion, sondern auch die konkrete Wirksamkeit und Entwicklungswirkung ihrer Projekte in den Mittelpunkt stellen.

Die Finanzierung qualitativ hochwertiger Klimaschutzprojekte kann sowohl zur Reduktion von Emissionen als auch zur Unterstützung von Ländern des Globalen Südens bei der Umsetzung ihrer Klimaziele beitragen. Dieser Ansatz entspricht der Arbeitsweise der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima, die Entwicklungszusammenarbeit und Klimaschutz als miteinander verknüpfte Handlungsfelder betrachtet.

Private Klimafinanzierung als Schlüssel

Für die Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima spielt privates Engagement eine zentrale Rolle. Vorstandsvorsitzender Peter Renner unterstreicht: „Die Klimaziele von Paris und die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 brauchen dringender denn je zusätzliches privatwirtschaftliches Engagement. Die Vermarktwirtschaftlichung der Nachhaltigkeit ist das Gebot der Stunde.“ Dr. Olivia Henke, Vorständin, ergänzt: „Staatliche Anstrengungen allein reichen nicht aus. Wir benötigen dringend die Unterstützung von qualitativ hochwertigen Klimaschutzprojekten, um die Finanzierungslücke zu schließen.“

Über 1.600 Unterstützer:innen der Allianz haben seit 2018 bereits rund 43,5 Millionen Tonnen CO₂ kompensiert – davon mehr als 7,5 Millionen Tonnen allein im Jahr 2024. Die geförderten Projekte tragen zur Umsetzung der Agenda 2030 bei, vom Ausbau von erneuerbaren Energien über Geschlechtergerechtigkeit bis hin zum Schutz von Wäldern.

Die Stiftung berichtet regelmäßig über Entwicklungen im dynamischen Kohlenstoffmarkt und veröffentlicht Info-Sheets, Leitfäden und Studien zum Kohlenstoffprogramm und unterschiedlichen Projekttypen. Interessierte können sich für den Newsletter anmelden und bleiben damit informiert.

Meldung teilen:

Helfen Ihnen unsere Informationen?

Auf unserer Webseite bieten wir Ihnen fundierte und sorgfältig geprüfte Inhalte für Ihre Nachhaltigkeitsstrategie kostenfrei an.

Möglich ist dies langfristig nur mit Ihrer Spende.