Zum Abschluss der COP30

24.11.2025

Die 30. UN-Klimakonferenz (COP30) im brasilianischen Belém ist am Wochenende mit neuen Zusagen zu Fonds und Anpassungen, aber ohne eine verbindliche Vereinbarung zur Abkehr von Kohle, Öl und Erdgas zu Ende gegangen. Trotz intensiver Bemühungen einer Koalition aus über 80 Staaten konnten sich die Vertragsstaaten nicht auf einen Konsens und einen klaren Ausstiegspfad aus fossilen Energieträgern einigen. Auch beim Schließen der globalen Klimaschutzlücke blieben die Beschlüsse unverbindlich.

In Reaktion auf die globale Klimaschutzlücke hatte die Staatengemeinschaft eine Initiative ins Leben gerufen. Im zentralen „Mutirão“-Beschluss firmiert sie unter der Bezeichnung „Global Implementation Accelerator“ und soll in der Verantwortung der COP30- und COP31-Präsidentschaften liegen. Die Initiative soll das 1,5-Grad-Klimaziel laut Beschluss „in Reichweite halten“ und Länder dabei unterstützen, ihre nationalen Klimaschutzpläne (NDCs) umzusetzen als auch die so genannte Just Transition zu befördern, d.h. ökologische Ziele mit wirtschaftlicher Entwicklung und sozialer Gerechtigkeit zu verbinden. Hinzu kommt ein Programm namens „Belém Mission to 1.5“. Es soll Ambition und Umsetzung mit Blick auf die NDCs als auch in Bezug auf Anpassungspläne ermöglichen, enthält jedoch noch keine konkreteren Ansätze.

Die Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima war während der COP mit drei Kolleg:innen vor Ort, die allesamt wichtige Ansatzpunkte für das weitere Ringen um mehr Ambition sehen. So betont Peter Renner, Vorstandsvorsitzender der Stiftung: „Die Unterstützung einer Vielzahl von Unternehmen aus vielen Staaten macht deutlich, dass der Wille zum Schließen der Finanzierungslücke stark wächst.“ Dr. Olivia Henke, Vorständin der Stiftung ergänzt: „Wir brauchen eine gesicherte internationale Zusammenarbeit, um die Klimaschutzanstrengungen gemeinsam voranzutreiben.“ „Mit einem Beschluss zur Energiewende hätte die COP30 Planungssicherheit schaffen können, denn diese Entscheidungen haben Konsequenzen für die kommenden Jahre“, sagt Krystelle Lochard, Leiterin des Bereichs Engagement und Partnerschaften.

Zu Artikel 6

Im Hinblick auf den Kohlenstoffmarkt stand bei der diesjährigen COP vor allem der Jahresbericht des Supervisory Body für Artikel 6.4 im Mittelpunkt. Die Verhandlungen zeigten, dass der Prozess eher langsam voranschreitet und dass viele Formulierungen zu zentralen Fragen der Methodologien unkonkret blieben. Dadurch verschieben sich wichtige inhaltliche Debatten auf 2026. In puncto Finanzen wurde festgehalten, dass 26,8 Millionen US-Dollar aus dem Clean Development Mechanism in das neue Artikel-6.4-System überführt werden. Weitere 5 Millionen US-Dollar könnten zusätzlich für Kapazitätsaufbau zur Verfügung stehen. Zugleich wird immer wahrscheinlicher, dass die Methodologie für naturbasierte Projekte keine Zulassung vor 2026 erhalten wird.

Die Updates zu Artikel 6.2 und 6.4 brachten überwiegend kleinere administrative Anpassungen. Die Autonomie des Supervisory Body wurde dabei bestätigt. Dennoch bleiben zentrale Fragen für die kommenden Jahre offen: Transparenz und Integrität des Mechanismus, der Umgang mit Projekten im Bereich Landnutzung (z.B. Wälder) sowie die Zukunft alter CDM-Gutschriften, die von den neuen Qualitätsanforderungen unter dem Paris-Aligned-Crediting Mechanism (PACM) abweichen.

Für eine detaillierte Analyse und Einordnung der Resultate hat die Stiftung Dr. Lambert Schneider, Öko-Institut e.V., eingeladen, den Unterstützer:innen der Allianz am Donnerstag, den 11. Dezember 2025 von 11:00 – 12:15 Uhr die Ergebnisse der COP30 vorzustellen. Außerdem wird Dr. Schneider zum aktuellen Stand des Paris Agreement Crediting Mechanism berichten, der ebenfalls auf der COP diskutiert wurde. Im Rahmen des Online-Seminars wird es Raum für Ihre Fragen und eine gemeinsame Diskussion geben. Hier gibt es weitere Informationen zur Veranstaltung und die Möglichkeit sich anzumelden.

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