Zwei Praktika, ein gemeinsamer Rückblick

Ein Einblick in unsere Zeit bei der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima

Die Jahreskonferenz „Sustainable Development Future Forum“ der Stiftung Allianz für Entwicklung bringt jedes Jahr zahlreiche Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um sich über Klimaschutz und nachhaltige Entwicklungen auszutauschen und zu vernetzen. Sie hat auch uns, Karolina und Nadja, zusammengebracht, noch bevor unser sechsmonatiges Praktikum in der Stiftung begann.

Während Karolina ihr Praktikum im Bereich Forschung & Beratung absolvierte, unterstützte Nadja die Bereiche Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit sowie Engagement & Partnerschaften. Dabei konnten wir wunderbar verfolgen, wie diese Bereiche ineinandergreifen, und möchten Einblicke aus unseren Praktika, unseren Aufgaben und unserer gemeinsamen Zeit bei der Stiftung teilen.

Unser Weg zur Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima

Karolina: Vor meinem Praktikum bei der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima war ich fünf Jahre in Großbritannien und habe dort studiert. Meinen Bachelor habe ich in Meeresbiologie gemacht und meinen Master in Meereswissenschaften (was auch Themenbereiche wie Ozeanographie miteinschließt).
Während meines Studiums habe ich mich intensiv mit Blue Carbon Ecosystems (auch BCEs genannt) beschäftigt, welche traditionell Mangrovenwälder, Seegraswiesen und Salzwiesen beschreiben. Da diese auch wichtige Komponenten von Klimaschutzprojekten sind, habe ich mich tatsächlich schon in meinem Studium zumindest oberflächlich mit dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt befasst. Nach dem Studium habe ich beschlossen, mich weiter mit dem Thema Klimaschutz auseinanderzusetzen. Hinzu kommt, dass mir im wissenschaftlichen Kontext oft soziale Perspektiven gefehlt haben. Da die Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima Themen wie Klimaschutz, Wissenschaft und nachhaltige Entwicklung verbindet, war das Praktikum im Bereich Forschung & Beratung eine optimale Möglichkeit, meine Interessenbereiche zu vereinen und erste Arbeitserfahrung zu sammeln.

Ich bin im November 2025 für mein Praktikum nach Berlin gezogen (und durfte laut meiner Kolleg:innen sofort den „schlimmsten Winter in Berlin seit zehn Jahren“ mitnehmen). Vorab wurde ich aber schon zum Sustainable Development Future Forum, der Jahreskonferenz der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima, eingeladen. In Vorträgen und Workshops konnte ich erste Einblicke in aktuelle Themen der Stiftung gewinnen sowie meine zukünftigen Kolleg:innen erstmals kennenzulernen. Dort habe ich dann auch Nadja zum ersten Mal getroffen.

Nadja: Ich habe einen Master in Politikwissenschaft und mich dabei vor allem auf Konflikt- und Geschlechterforschung fokussiert, aber auch zu Nachhaltigkeit und zur Klimakrise Wissen gesammelt – bereits in meiner Bachelorarbeit habe ich mich mit klimabedingter Migration von Frauen beschäftigt. Ich war unter anderem bei der GIZ, bei der deutschen Botschaft in Nepal und bei verschiedenen Nichtregierungsorganisationen und habe auch dort bereits wiederholt zu den Auswirkungen des Klimawandels gearbeitet, beispielsweise im Kontext von Geschlechtergerechtigkeit und Lebensmittelsicherheit. Dadurch bin ich vertraut damit, wie die Folgen des Klimawandels soziale Ungerechtigkeiten weiter verschärfen.

Gleichzeitig habe ich mich dabei auch immer mit Herausforderungen bei der Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) und der Ziele des Pariser Klimaabkommens beschäftigt. Ich war gespannt darauf, bei der Stiftung kennenzulernen, welche Rolle privatwirtschaftliches Engagement dabei spielen kann, Lücken zu schließen, und wie alternative Finanzierungsmodelle für Klimaschutzprojekte und Entwicklungszusammenarbeit aussehen können.

Außerdem hat mir das Praktikum die perfekte Möglichkeit gegeben, meine Fähigkeiten in den Bereichen Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising weiterzuentwickeln und die Arbeit einer Multi-Akteurs-Partnerschaft in der Praxis kennenzulernen. Der Besuch der Jahreskonferenz war dafür ein großartiger Auftakt und ich habe mich sehr gefreut, dort auch direkt Karolina zu treffen.

Einstieg direkt mit der COP30 in Belém

Karolina: Ich habe mein Praktikum mit wenigen Vorstellungen und Erwartungen begonnen, da ich mit meinem fachlichen Hintergrund eher andere Umgebungen gewohnt bin. Eine meiner ersten Aufgaben bei der Stiftung war es, die Weltklimakonferenz, die COP30 in Belém (Brasilien), von Berlin aus zu verfolgen, zu recherchieren und als interne Briefings für meine Kolleg:innen aufzubereiten, was für mich ein sehr guter Einstieg in die internationale Klimapolitik war. Bei der COP, kurz für Conference of the Parties, kommen seit 1995 jährlich die Vertragsstaaten der Vereinten Nationen zusammen, um zentrale klimapolitische Fragen zu verhandeln und gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Inhaltlich befasste sich die letzte COP vor allem mit den nationalen Klimazielen der einzelnen Länder, mit finanzieller Unterstützung für Staaten, die besonders stark von den Folgen der Klimakrise betroffen sind, sowie mit dem Schutz tropischer Regenwälder. Zudem ging es um Ansätze für eine gerechte Gestaltung des Übergangs zu einer klimaverträglichen Wirtschaft. Während meiner Recherche wurde mir wie so oft vor Augen geführt, wie komplex die Klimakrise ist und wie viele verschiedene Bereiche betroffen sind und nach Lösungen suchen.

Nadja: Direkt am Anfang des Praktikums die COP30 zu begleiten, war nicht nur spannend, weil Karolina großartige Briefings zusammengestellt hat und wir jeden Morgen Fun Facts geteilt haben (wie nicht abschließbare Toiletten und übermotivierte Lüftungen), sondern auch, weil ich die Weltklimakonferenz auf der Kommunikationsseite begleiten und dabei direkt die verschiedenen Kanäle kennenlernen durfte, die die Stiftung nutzt. Das bedeutete für mich, Pressemeldungen und Social-Media-Beiträge zu entwerfen und online zu stellen. Zudem war ich in die Nachbereitung der COP sowie anderer Konferenzen eingebunden, unter anderem im Nachfassen von Kontakten und dem Pflegen von Netzwerken. Diese Aufgaben haben mich auch im weiteren Praktikum immer wieder begleitet. So war ich auch in die Betreuung von Unterstützer:innen und die Koordinierung und Vereinbarung von Terminen für den Vorstand involviert.

Für mich war die COP auch vor allem deshalb spannend, weil gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen in der internationalen Politik Multilateralismus mehr denn je gefragt ist. Dass die COP ohne einen Beschluss zum Ausstieg aus fossilen Energien zu Ende ging, hat zurecht Enttäuschung hervorgerufen, dennoch bergen verschiedene multilaterale Initiativen und die Sichtbarkeit der indigenen Bevölkerung auch Hoffnung. Somit habe ich direkt einen Einblick in die Herausforderungen bei der internationalen Klimafinanzierung und der Umsetzung der staatlichen Klimaziele aus der Perspektive der Stiftung erhalten.

Internes und externes Wissen zu Klimaschutz und Entwicklung stärken

Karolina: Ein weiteres großes Projekt, an dem ich während meines Praktikums mitgewirkt habe, war ein Inhouse-Briefing zum freiwilligen Kohlenstoffmarkt (engl. Voluntary carbon market, VCM). Der VCM ist ein Markt, auf dem Unternehmen, Organisationen oder Privatpersonen freiwillig Emissionsgutschriften kaufen, um ihre eigenen Treibhausgasemissionen auszugleichen. Die Zertifikate stammen aus Klimaschutzprojekten, wie z.B. Aufforstungs- oder Pflanzenkohleprojekten. Der VCM ist sehr komplex und verändert sich durch neue Regelungen fortlaufend. Er ist außerdem ein zentrales Themenfeld der Stiftung, die sich dafür einsetzt, freiwillige Klimafinanzierung zu stärken, Orientierung im VCM zu bieten und Wissen in diesem Bereich zu vermitteln. Deshalb ist es wichtig, dass das Stiftungsteam fortlaufend auf dem aktuellen Stand gehalten wird, eine Aufgabe, die ich mit dem Team von Forschung & Beratung übernommen habe. Ich selbst habe auch sehr viel gelernt, über die Grundprinzipien des VCM, darüber, welche Akteur:innen es gibt, über verschiedene Projekttypen und Qualitätsstandards und darüber, wie sich der Markt in den letzten Jahren entwickelt hat.

Nadja: Das Teilen von Wissen ist ein zentraler Arbeitsbereich der Stiftung, insbesondere natürlich auch in der Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit, für deren Bereich ich nicht nur die Betreuung der Social-Media-Kanäle, sondern auch die der Website und des Newsletters unterstützt habe. Auch für den Jahresbericht der Stiftung habe ich Beiträge entwickelt und konnte dadurch einen Überblick über die verschiedenen Projekte und Prozesse der Stiftung gewinnen. Zudem habe ich die Advocacy-Arbeit der Stiftung unterstützt, etwa indem ich den Besuch des Vorstandsvorsitzenden Peter Renner im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit vorbereitet und für verschiedene Treffen Hintergrundmaterialien erstellt habe. Daneben habe ich auch die Überarbeitung von Infosheets begleitet sowie für die Erstellung neuer Infosheets Recherchen übernommen, etwa zu EU-Gesetzgebung im Bereich Klimaschutzprojekte und Klimakommunikation.

Inhaltliche Arbeit zu Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung

Karolina: Ein weiteres Projekt, an dem ich größtenteils eigenständig gearbeitet habe, war die Erstellung eines Infosheets über Blue-Carbon-Projekte auf dem VCM. Blue Carbon ist ein Überbegriff für Küstenökosysteme, insbesondere Mangrovenwälder, Seegraswiesen und Salzwiesen. In meinem Studium habe ich mich bereits intensiv mit diesen Ökosystemen beschäftigt und sie schätzen gelernt. Sie speichern große Mengen an Kohlenstoff im Boden und haben gleichzeitig viele soziale Co-Benefits für die Menschen in der Projektregion. Gerade solche hochwertigen Klimaschutzprojekte spielen auch für die Arbeit der Stiftung eine wichtige Rolle, weshalb das Thema für mich im Rahmen des Infosheets besonders relevant war.

Auch einen Blogbeitrag habe ich geschrieben, zum SDG 6, Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen. Hier bin ich auf die historische Wasserversorgung in Deutschland eingegangen, aber auch auf die globalen Ungleichheiten, die es hinsichtlich Wasserverfügbarkeit gibt und wie bestimmte Geschlechter von Wasserarmut stärker betroffen sind als andere. Außerdem habe ich mich noch mit dem Wassermanagement von Metropolen anhand der Beispiele Tehran und Singapur befasst, da Wassermanagement mit dem Fortschreiten der Klimakrise eine größere Rolle spielen wird.

Nadja: Den Blog gibt es neben den Infosheets und den Studien, die die Stiftung veröffentlicht, und bietet eine umfassende Sammlung von Beiträgen, in denen die Mitarbeitenden ihre Sicht auf Klimaschutzthemen sowie zu der Stiftungsarbeit teilen – wie auch diesen Blogbeitrag. Während unserer Praktikumszeit habe ich noch zwei weitere Blogartikel verfasst im Rahmen der Reihe, bei der SDGs näher vorgestellt werden.
Einer davon war ein Gespräch mit unserem Kollegen Dimitrios zu dem SDG 5, Geschlechtergerechtigkeit, bei dem wir uns darüber unterhalten haben, was genau Geschlecht und Geschlechtergerechtigkeit bedeutet und warum das relevant ist, wenn wir über Klima sprechen. Frauen und nicht-binäre Personen sind anders von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, beispielsweise weil sie weniger Zugang zu Ressourcen haben oder die Auswirkungen des Klimawandels das Risiko für Gewalt steigern, das diese Gruppen erfahren. Dennoch werden sie und ihre Lebenserfahrungen oft nicht in Entscheidungsprozesse einbezogen und bleiben unsichtbar.

In einem weiteren Blogpost zu dem SDG 16 zu „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“ habe ich mich mit dem Zusammenhang zwischen Klima, Frieden und Sicherheit auseinandergesetzt und damit, wie der Klimawandel bestehende Konflikte und Unsicherheiten verstärken und neue fördern kann. Dabei habe ich auch das Problem der Umweltkriminalität beschrieben sowie die Treibhausgasemissionen von Militär und Kriegen, die oft gar nicht in Berechnungen auftauchen. Zudem geht es darum, wie der Klimawandel oft vor allem die Gesellschaften trifft, die am wenigsten zu Treibhausgasemissionen beigetragen haben, was verdeutlicht, wie wichtig die Verbindung von Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung ist. Daneben bin ich auch auf die Rolle von starken Institutionen für Umweltschutz eingegangen.
Beide Blogbeiträge haben mir damit die Möglichkeit eröffnet, meine bestehende Expertise mit der Arbeit der Stiftung zu verknüpfen. Sie verdeutlichen auch, wie sehr Klima mit anderen Themen verwoben ist, wie der Klimawandel bereits marginalisierte Menschen stärker trifft und wie Klimaschutz dazu beitragen kann, auch andere Bereiche zu stärken, wie beispielsweise Sicherheit.

Unser Arbeitsalltag in der Stiftung

Karolina: Neben den größeren Projekten, an denen ich viel gearbeitet habe, wie den COP30-Briefings und dem Blue-Carbon-Infosheet, habe ich im Arbeitsalltag auch kleinere Aufgaben übernommen und meine Teamkolleg:innen bei größeren Projekten unterstützt. Das Team Forschung & Beratung hat während meiner Praktikumszeit intensiv am Leuchtturm-Wettbewerb gearbeitet, welcher jedes Jahr ein qualitativ hochwertiges Klimaschutzprojekt auszeichnet. Hier hatte ich die Chance, mein neu angeeignetes Wissen einzusetzen und eingereichte Projekte für den Wettbewerb durchzuschauen und Informationen zu prüfen. Für einige meiner Recherchen hatte ich auch die Möglichkeit, mich mit externen Partner:innen der Stiftung auszutauschen, was für mich ein neuer Kontext verglichen mit der Wissenschaft war und mein Skillset erweitert hat. Des Weiteren habe ich im Alltag viel an internen und externen Dokumenten mitgewirkt. Da die Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima viele ihrer Formate auch auf Englisch anbietet, habe ich auch gelegentlich Dokumente wie Pressemeldungen und Positionspapiere für die englische Website übersetzt.

Nadja: Insgesamt hat mir das Praktikum ermöglicht, ein breites Spektrum an Aufgaben zu übernehmen und gemeinsam mit meinen Kolleg:innen und Dienstleistungsanbieter:innen an der Umsetzung von Public-Affairs- und Fundraisingstrategien zu arbeiten und die Kommunikationsarbeit voranzubringen, sowohl durch die Arbeit an der Website aber auch der Unterstützung der Social-Media-Kanäle und des Newsletters. Zu meinen alltäglichen Aufgaben gehörten darüber hinaus auch die Übersetzung von Inhalten ins Englische, die Koordinierung von Interviews für den Newsletter und das Erstellen von Korrespondenzen. Gerade die Arbeit einer vergleichsweise jungen Stiftung und die Arbeit einer Multi-Akteurs-Plattform kennenzulernen, war dabei sehr spannend und ich konnte viele Impulse mitnehmen.

Fazit

Insgesamt hat uns das Praktikum bei der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima die Möglichkeit eröffnet, mehr zu der Verknüpfung von Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung und der Rolle des freiwilligen Kohlenstoffmarkts zu lernen. Durch die enge Zusammenarbeit mit Unterstützer:innen und Partner:innen durften wir Erfahrungen in der Arbeit und Vernetzung von verschiedensten Akteur:innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sammeln und konnten dabei eigene Impulse setzen. Beispielsweise haben wir innerhalb des Praktikums das Diversitätsmanagementkonzept der Stiftung weiterentwickelt und konnten dabei unsere eigenen Erfahrungen und Expertise strategisch einbringen.
Durch den Austausch und die Zusammenarbeit im Team haben wir auch die jeweils anderen Bereiche kennengelernt und verfolgt, wie diese ineinandergreifen. Dadurch konnten wir uns gegenseitig mit unseren Stärken ergänzen, etwa wenn Nadja ein Infosheet redaktionell überarbeitet hat, das Karolina übersetzt hat. Dabei konnten wir ebenfalls die Vorbereitung der nächsten Jahreskonferenz und die Weiterentwicklung der dort gesetzten Themen mitverfolgen. Auch in dem Team haben wir uns immer wohlgefühlt, beispielsweise in den gemeinsamen Mittagspausen, in denen wir Nachhaltigkeitsthemen aus persönlichen Perspektiven diskutiert haben, und blicken daher auch menschlich auf eine bereichernde Zeit zurück.

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